Die sieben Säulen

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Studien

Nachdem die sieben Säulen der Weisheit von den hebräischen Mystikern mit den sieben Tagen der Schöpfung und mit den sieben Wochentagen gleichgesetzt wurden, möchte man vermuten, daß das astrologische System, das jeden Tag der Woche mit einem der Himmelskörper verbindet, auch sein Gegenstück im Walde findet. Das astrologische System ist so alt, so weit verbreitet und in seinen Aussagen so konsistent, daß es wohl wert ist, in seinen verschiedenen Formen festgehalten zu werden. Sein Ursprung liegt wahrscheinlich, aber nicht unbedingt in Babylonien. Die zweite hier aufgeführte Reihe ist die der Sabier von Harran, die an dem Einfall der Meeresvölker nach Nordsyrien, um 1200 V. Chr. beteiligt waren; sie stellt die Verbindung zwischen den babylonischen und den westeuropäischen Reihen her.

Planet Babylonisch Sabisch Lateinisch Französisch Deutsch Englisch
Sonne Samas Samas Sol Dominus Sonne Sun
Mond Sin Sin Luna Luna Mond Moon
Mars Nergal Nergal Mars Mars Zivis Zio
Merkur Nabu Nabu Mercurius Mercurius Wotan Woden
Juppiter Marduk Bel Juppiter Juppiter Thor Thor
Venus Ischtar Beltis Venus Venus Freia Frigg
Saturn Ninib Kronos Saturnus Saturn Saturn Saturn

In der von Aristoteles angegebenen Reihe wird der Mittwochs-Planet abwechselnd Hermes bzw. Apollon zugeschrieben, denn Apollon hatte damals Hermes in seinem Ruf der Weisheit übertroffen; der Dienstags-Plariet wird abwechselnd Herakles oder Ares (Mars) zugeordnet, wobei Herakles eine Gottheit mit besseren Orakeln war als Ares. Der Planet des Freitags wird abwechselnd Aphrodite oder Hera zugeordnet, wobei Hera eindeutiger als Aphrodite der babylonischen Himmelskönigin Ischtar entsprach. Die sieben heiligen Bäume des irischen Hains waren, wie schon gesagt: Birke, Weide, Steineiche, Hasel, Eiche, Apfel und Erle. Diese Reihenfolge giIt wohl auch für die Tage der Woche, denn wir dürfen getrost die Erle dem Saturn (Bran) zuweisen; den Apfelbaum der Liebesgöttin Venus oder Freia; die Eiche dem Donnergott Juppiter oder Thor; die Weide dem Mond (Kirke oder Hekate); die Steineiche dem purpurgesichtigen Kriegsgott Mars; und die Birke leitet natürlich die Woche ein, wie sie auch das Sonnenjahr einleitet. [1] Als Mittwochs-Baum, dem Gott der Beredsamkeit geweiht, sollten wir Wotans Esche vermuten; doch bei den alten Iren war der Baum der Beredsamkeit und Weisheit nicht die Esche, sondern der Haselstrauch, denn der belgische Gott Odin oder Wotan war erst spät nach Irland gelangt. Dies also sind die sieben Bäume mit den ihnen zugeordneten Planeten, Tagen und Buchstaben:

Sonne Sonntag Birke B
Mond Montag Weide S
Mars Dienstag Steineiche T
Merkur Mittwoch Hasel (oder Esche) C
Juppiter Donnerstag Eiche D
Venus Freitag Apfelbaum Q
Saturn Samstag Erle F

Nun läßt sich leicht die entsprechende Formel im klassischen Latein rekonstruieren, mit der der Fromme täglich sein Herz dem Herrn der Himmel weihte:

Benignissime, Solo Tibi Cordis Devotionem Quotidianam Facio.  (»Huldreichster, Dir allein weihe ich täglich mein Herz.«)
Und das Griechische, das ja sein Q (Koppa) und F (Digamma) verloren hat, muß sich mit einem zweiten C (Kappa) und einem Ph (Phi) begnügen: 
Beltiste Sol Ten Kardian Didomi Karthemerios Phylaxomenen. (»Bester, jeden Tag gebe ich mein Herz in Deine Obhut.«)
Also lautet die poetische Antwort auf Hiobs poetische Frage: »Wo will man aber die Weisheit finden? und wo ist die Stätte des Verstandes?« (Hiob 28, 12), die zu erkennen sein Respekt vor dem allwissenden Jahwe ihn hinderte:
»Unter einem Apfelbaum, kraft reiner Meditation, an einem Freitagabend, in der Jahreszeit der Äpfel, wenn der Mond voll ist.«  Doch der Finder wird ein Kind des Mittwochs sein.
Der heilige Hain ist vielleicht auch in Hesekiel 47 gemeint (eine Stelle, die in dem gnostischen Sendschreiben an Barnabas, II, 10 zitiert wird.) Hesekiel erblickt in einer Vision die heiligen Wasser eines Flusses, der, unter der Schwelle des Tempels entsprungen, nach Osten strömt, reich an Fischen, mit Bäumen an beiden Ufern, »und ihre Blätter werden nicht verwelken noch ihre Früchte ausgehen; und sie werden alle Monate neue Früchte bringen, denn ihr Wasser fließt aus dem Heiligtum. Ihre Frucht wird zur Speise dienen und ihre Blätter zur Arznei... Dies sind die Grenzen, nach denen ihr das Land sollt austeilen den zwölf Stämmen Israels; denn zwei Teile gehören dem Stamm Joseph. « (Hes 47,12, 13) Der Hinweis auf dreizehn, nicht zwölf Stämme und auf die »Monate« der Bäume legt den Schluß nahe, daß hier der gleiche Kalender zugrunde liegt. Außerdem kehrt das Thema von Rehbock und Apfelbaum auch im Hohen Lied Salomos wieder.
Das Hohelied, wiewohl anscheinend nicht mehr als eine Sammlung dörflicher Liebeslieder, wurden von den pharisäischen Schriftgelehrten in Jesu Tagen als die mystische Essenz der Weisheit König Salomos gedeutet und so verstanden, als ginge es um die Liebe Jahwes zu Israel; weshalb es auch in der anglikanischen Bibel als »Christi Liebe zu seiner Kirche« gedeutet wurde. Die Tatsache, daß es ursprünglich die Mysterien einer alljährlichen Heirat zwischen Salmaa, dem König des Jahres, und der Blumenkönigin verherrlichte, sowie sein hellenistischer Einfluß sind offenkundig. Das zweite Kapitel des Hohen Liedes hebt an:

Ich bin eine Blume zu Saron und eine Rose im Tal.
Wie eine Rose unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Töchtern.
Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäumen, so ist mein Freund
unter den Söhnen. Ich sitze unter dem Schatten, des ich begehre, und
seine Frucht ist meiner Kehle süß.
Er führt mich in den Weinkeller, und die Liebe ist sein Panier über mir.
Er erquickt mich mit Blumen und labt mich mit Äpfeln; denn ich bin krank vor Liebe.
Seine Linke liegt unter meinem Haupte, und seine Rechte herzt mich.
Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Rehen
oder bei den Hinden auf dem Felde, daß ihr meine Freundin nicht aufweckt
noch regt, bis es ihr selbst gefällt.
Da ist die Stimme meines Freundes! Siehe, er kommt und hüpft auf
den Bergen und springt auf den Hügeln.
Mein Freund ist gleich einem Reh oder einem wilden Hirsch...
Mein Freund ist mein, und ich bin sein, der unter den Rosen weidet.

Die »Rosen« sind die roten Anemonen, entsprungen den Blutstropf en, die aus Adonis' Flanke fielen, als der wilde Eber ihn tötete. Der Apfel ist der sidonische (d. h. kretische) Apfel (oder die Quitte), der Aphrodite, der Liebesgöttin heilig war und in Europa erstmals von den Kretern kultiviert wurde. Der echte Apfel war in biblischer Zeit in Palästina unbekannt, und erst in neuerer Zeit wurden dort Sorten eingeführt, die marktgängige Früchte erbringen. Der wilde Apfel aber gedieh in der Antike an der Südküste des Schwarzen Meeres, der Herkunf tsregion auch der übrigen Bäume der Serie, und in der Gegend von Trapezunt bildet er noch heute manchmal kleine Wäldchen. Er kam auch in Mazedonien - der ursprünglichen Heimat der Musen - und in Euböa vor, wo Herakles die Verletzung empfing, die ihn auf den Scheiterhaufen auf dem Berg Oeta brachte; aber in beiden Fällen wäre es möglich, daß er schon früher importiert worden war.
Anscheinend gibt es eine starke Verbindung zwischen dem Baum-Kalender und dem Ritus des Laubhüttenfestes zu Jerusalem, den wir bereits im Zusammenhang von Weide und Erle kennenlernten. Die Anbeter trugen in der rechten Hand ein ethrog, eine Art Zitrone, und in der Linken ein lulab oder Thyrsos, bestehend aus verflochtenen Zweigen von Steineiche, Weide und Myrte. Das ethrog war nicht die ursprünglich verwendete Frucht, es war vielmehr nach dem Exil aus Indien eingeführt worden und hat vermutlich die Quitte abgelöst, und zwar wegen deren erotischen Konnotationen. In der Religionsreform, die während des Exils stattfand, brachen die Juden weitestmöglich mit allen Banden, die sie an die orgiastische Religion fesselten. Das Laubhütten-Ritual war von den Hebräern, zusammen mit anderen Riten zu Ehren der Mondgöttin, übernommen worden, und die dabei eingehaltenen Bräuche wurden auf Moses zurückgeführt, als Bestandteil der großen Rechtsreform, die dem König Josia zugeschrieben, wahrscheinlich aber während des Exils durchgeführt wurde. Die schmähende Haggada auf die Weide habe ich bereits erwähnt; auch die Bedeutung der Myrte wandelte sich von Schatten des Todes zum angenehmen Schatten im Sommer, und zwar unter Berufung auf Jesaja, der den Baum gelobt hatte (Jesaja 41,19; 55,13)
Das Fest begann am ersten Neumond des Jahres und endete in der Quittensaison. Weide und Apfel hängen beide mit der Zahl fünf zusammen, die der Mondgöttin besonders heilig ist; es ist die Zahl ihrer Buchstabenkerben im Ogham-Fingeralphabet. Die Myrte kommt im Beth-Luis-Nion nicht vor, könnte aber doch das griechische Äquivalent für den verbliebenen Konsonanten im Beth-Luis-Nion sein, der ebenfalls fünf Kerben aufweist, nämlich die Erle. Die Myrte war im ganzen Mittelmeerraum der Liebesgöttin Aphrodite heilig, zum Teil weil sie an den Küsten des Meeres am besten gedeiht, zum Teil wegen ihres Wohlgeruchs; gleichwohl war sie der Baum des Todes. Myrto oder Myrtea oder Myrtoessa war einer ihrer Titel, und die Bildnisse, die sie zusammen mit Adonis im Myrtenschatten sitzend zeigen, wurden von den klassischen Dichtern vorsätzlich mißverstanden. Denn sie liebte ihn nicht vulgär, wie sie behaupteten, sondern versprach ihm das Leben im im Tode.  Denn die Myrte war ein immergrüner Baum und galt als Zeichen für die Auferstehung des toten Jahrkönigs. Die Myrte hängt im griechischen Mythos mit dem Tod von Königen zusammen. Myrtilos, der Sohn des Hermes (Merkur), der Fuhrmann bei Oinomaos, dem König von Elis war, zog die Nabenbolzen aus den Rädern am Wagen seines Herrn und brachte ihn so zu Tode. Pelops, der danach die Witwe des Oinomaos heiratete, warf Myrtilus undankbarerweise in einen See. Myrtilos verfluchte mit ersterbendem Atem das Haus des Pelops, und danach verfolgte sein Geist alle pelopischen Monarchen. Das »Rad« war das Leben des Königs; R, der letzte Konsonant des Alphabets, »zog den Bolzen heraus«, und zwar im letzten Monat seiner Herrschaft. Die von Pelops begründete Dynastie erlangte den Thron von Elis, aber alle seine Nachfahren fanden wie er im Monat R den Tod (Myrtilos wurde zum nördlichen Sternbild Auriga, dem Fuhrmann.) Die Myrte gleicht, was die angebliche Heilkraft ihrer Blätter und Beeren betrifft, der Erle; die Beeren reifen im Dezember, dem Monat R. Myrtenzweige trugen die griechischen Auswanderer mit sich, wenn sie auszogen, eine neue Kolonie zu gründen, so als wollten sie damit sagen: »Der alte Kreislauf ist vollendet; wir hoffen, mit der Gunst der Liebesgöttin, die das Meer beherrscht, einen neuen zu beginnen.«
Der Thyrsos bestand also aus Zweigen von drei Bäumen, von denen jeder eine Serie von fünf Kalenderbuchstaben oder ein Drittel des Jahres repräsentierte - neben der Palme, die den überzähligen Tag (oder die fünf überzähligen Tage) repräsentierte, an dem der Sonnengott geboren wurde. Die Zahl fünfzehn war daher bei dem Fest von höchster Bedeutung: die Leviten sangen die fünfzehn (König David zugeschriebenen) Gesänge des Aufgangs, während sie auf den fünfzehn Stufen standen, die vom Frauenhof zum Hof Israels führten. Die Zahl fünfzehn spielt auch in der Architektur von Salomons »Haus aus den Zedern Libanons« eine Rolle, das zweimal so groß war wie der Tempel des Herrn. Es war auf drei Reihen von Zedernsäulen errichtet, je fünfzehn in einer Reihe, und maß fünfzig Ellen in der Länge und je dreißig in der Breite und Höhe; mit einer angrenzenden Veranda von dreißig Ellen Breite, fünfzig Ellen Länge, Höhe unbekannt- aber wahrscheinlich zehn Ellen.
Der hebräische Wochenkanon der Bäume, der sieben Säulen der Weisheit, ist nicht schwer zu rekonstruieren. Der wahrscheinlichste Ersatz für die Birke, die in Palästina nicht heimisch war, ist der retem oder wilde Wacholder, nämlich der Baum, unter dem der Prophet Elia auf dem Berg Horeb (»der Berg der glühenden Hitze«) ruhte und der anscheinend der Sonne heilig war. Wie die Birke, wurde er als Besen zur Austreibung böser Geister benutzt. Die Weide bleibt an ihrem Platz. Am Platz der Steineiche steht die Kermeseiche, die wir bereits im zehnten Kapitel als jenen Baum kennenlernten, von dem die Alten ihren königlichen Purpur gewannen. Diese Zuschreibung der Kermeseiche zu Nergal oder Mars wird durch eine charakteristische Passage in Frazers Golden Bough bestätigt:
»Die Helden von Harran brachten der Sonne, dem Mond und den Planeten Menschenopfer dar, die aufgrund ihrer vermeintlichen Ähnlichkeit mit den Himmelskörpern ausgesucht wurden, denen sie geopfert werden sollten; so opferten z. B. die rotgekleideten und mit Blut beschmierten Priester einen rothaarigen, rotwangigen Mann dem >roten Planeten< Mars, in einem Tempel, der rot gestrichen und mit roten Vorhängen geschmückt war.«
An die Stelle des Haselstrauchs trat der Mandelbaum: dies war der Baum, von dem Aaron seinen magischen Stab schnitt, und die Menora, der siebenarmige Leuchter im Allerheiligsten des Tempels zu Jerusalem, hatte Zapfen in Form von Mandeln und versinnbildlichte Aarons knospenden Stab. Ein solcher Zweig wurde auch Jeremia (Jermia, I, II) gezeigt, als visionäres Unterpfand dafür, daß Gott ihm prophetische Weisheit gewährte. Die Zapfen standen für die sieben Himmelskörper der Woche, und der mittlere Zapfen war der vierte, der der Weisheit gewidmet war und nach dem die übrigen benannt wurden. Sein Zweig bildete den Schaft des Leuchters. Für die Eiche stand die Abraham geweihte Terebinthe. Für den Apfelbaum die Quitte. Für die Erle - und wir wissen ja, daß die Erle aus dem Tempelgottesdienst verbannt war - stand der Granatapfelbaum, der ähnlich wie die Erle einen roten Farbstoff enthält. Der Granatapfel war Sauls heiliger Baum, und er war auch Rimmon heilig - ein anderer Name für Ad(:)nis, aus dessen Blut er angeblich entsprungen war. Auch wurde das Passa-Opfer traditionell auf Granatapfelholz gespießt. Der Granatapfel war die einzige Frucht, die in das Allerheiligste gebracht werden durfte - kleine Granatäpfel zierten die Gewänder des Hohenpriesters, wenn er alljährlich seinen Einzug hielt. Nachdem nun der siebente Tag Jahwe heilig war, und nachdem Jahwe eine Form von Bran oder Saturn oder Ninib [2]  war, verweist alles auf den Granatapfel als den Baum des siebenten Tags. Also:
Sonne - Wacholder (Besenginster)
Mond - Weide
Mars - Kermeseiche
Merkur - Mandelbaum
Juppiter - Terebinthe
Venus - Quitte
Saturn - Granatapfel
Der einzige zweifelhafte Baum in diesem Zusammenhang ist der Wacholder oder sein irisches Gegenstück, die Birke. Die sieben Bäume des irischen Hains gehören allesamt den Sommermonaten an, ausgenommen B, die Birke, die an die Stelle von H, dem Weißdorn getreten ist; und die anscheinend gewählt wurde, weil sie der führende Buchstabe der ersten Serie von fünf Bäumen ist, wie H jener der zweiten Serie ist. Aber wie wir im nächsten Kapitel sehen werden, wurde B als Zahlen-Äquivalent für H nicht nur in Hygins Fabel 271, sondern auch in der aus dem dritten Jahrhundert n. Chr. stammenden Ogham-Inschrift auf dem Callen Stone verwendet. Es scheint also, daß der ursprüngliche Buchstabe des Sonntags nicht B, sondern H war, und der diesen Buchstaben zugehörende, dem Weißdorn entsprechende hebräische Baum war der Sant, die wilde Akazie, jene Art mit goldenen Blüten und spitzen Dornen, die Bibellesern besser als »Schittim«-Holz, d. h. Holz aus Zypern, bekannt ist. Aus ihrem wasserdichten Holz waren die Archen des Sonnenheros Osiris und seiner Gegenstücke, des Noa und des armenischen Xisuthros, erbaut; ebenfalls die Bundesarche, deren überlieferte Maße beweisen, daß sie der Sonne geweiht war. Sie ist ein Wirtsbaum des mistelähnlichen Loranthus - der »brennende Busch«, Jahwes Orakel, und die Spenderin des Manna.
Wenn also der Buchstabe H für den Sonntag stand, so erklärt dies Lukans rätselhaften Bericht über den heiligen Hain bei Marseille, den Julius Cäsar fällen ließ, weil er seine Stadtbefestigung störte. Marseille war eine griechische Stadt, ein Mittelpunkt des Pythagoräerkults, und Cäsar mußte eigenhändig die Axt an eine der Eichen legen, bevor er jemanden dazu bewegen konnte, mit dem Fällen des Hains zu beginnen. Der Hain bestand Lukan zufolge aus Steineichen, dodonischen Eichen und Erlen - T, D und F. Er nennt keinen der übrigen Bäume, außer der Zypresse, welche die Massilier aus ihrer Mutterstadt Phokis mitgebracht hatten, wo sie der Artemis heilig war. Eigentlich sollten wir die Zypresse in diesem Hain nicht erwarten; aber auch an anderen Orten Griechenlands, besonders in Korinth und Messene, war sie der Artemis Kranaé oder Karnasia heilig; und dies macht sie zu einem H-Baum, einem immergrünen Ersatz für den Weißdorn, der ebenfalls der Kranaé oder Karnea heilig war. Als Baum des Sonntags, der auf die Erle des Sonnabends folgte, symbolisierte sie in den orphischen Mysterien die Auferstehung, die Flucht des Sonnenheros von Kalypsos mit Erlen umfriedeter Insel, und wurde mit dem Kult des Himmlischen Herakles in Verbindung gebracht. Die Zypresse ist noch heute auf mediterranen Friedhöfen das stärkste Symbol der Auferstehung. [3]
Es gibt eine eindeutige Entsprechung zwischen diesem Kanon und jenem der sieben Tage der Schöpfung, wie sie im ersten Kapitel der Genesis charakterisiert sind:   
Sonne - Licht
Mond - Scheidung der Wasser
Mars - Trockenes Land, Gras und Bäume
Merkur - Himmelskörper und die Jahreszeiten
Juppiter - Tiere des Meeres und Vögel
Venus - Landgetier, Mann und Frau
Saturn - Ruhe
Der scheinbar unlogische Umstand, daß das Licht und sogar Gras und Bäume vor den Himmelskörpern und den Jahreszeiten erschaffen wurden - hier aber merkt Ernst Schiff scharfsinnig an, daß die Himmelskörper wegen des im neunten Vers der Schöpfungsgeschichte erwähnten »Wasser unter dem Himmel«, den Wolken, ja vor dem vierten Tag noch nicht sichtbar und daher im Sinne der Wahrnehmbarkeit auch noch nicht »erschaffen« waren - erklärt sich aus den Eigenschaften der Gottheiten, die die planetarischen Wochentage regieren. Der Sonnengott regiert also über das Licht, der Mond über das Wasser, Mars über das Gras und die Bäume, und Merkur ist der Gott der Astronomie. Die Genesis-Legende ist eindeutig nach der Festlegung des Kanons der Planeten, Tage und Götter entstanden. Daß die Meerestiere und Vögel dem fünften Tag zugeschlagen werden, ist ganz natürlich, denn der Gott des Eichen- oder Terebinthenkults ist meist der Sohn einer Meeresgöttin, der Taube, Adler und alle anderen Vögel heilig sind, und nimmt selbst die Gestalt eines Meerestieres an. Daß Mann und Frau ein Paar bilden und wie die Geschöpfe, über die sie herrschen sollen, ihre Art fortpflanzen, entspricht dem Tag der Venus. Die angenehme Muße des Saturn - an dessen Tag die Menschen, wie die klassischen Dichter erzählen, in einem irdischen Paradies Honig und Eicheln aßen und sich nicht darum sorgten, die Erde zu bestellen oder gar auf die Jagd zu gehen, da die Erde ihre Schätze in reicher Fülle darbot - erklärt den siebenten Tag als den der Ruhe. Die apokalyptische Prophetie der Juden von einem himmlischen Königreich Jahwes (die Jesus wörtlich auffaßte), meinte die Wiederherstellung dieses goldenen Zeitalters, wenn der Mensch nur aufhören wollte, sich mit Kriegführung und Plackerei zu beschäftigen; denn Jahwe forderte Ruhe am siebenten Tag. Wie schon gesagt, wurde die geographische Lage des einstigen Irdischen Paradieses unterschiedlich angegeben. Die Babylonier lokalisierten es im Euphrat-Delta. Die Griechen in Kreta. Die vorexilischen Hebräer in Hebron, im Süden Judäas.
Es ist von höchster theologischer Bedeutung, daß Jahwe sich Moses mit den Worten »Ich bin der ich bin« (oder wörtlicher »Ich bin der ich sein will«) aus einer Akazie und keinem anderen Baum zu erkennen gab. Denn dies bedeutet eine Definition seiner Gottheit. Hätte er sich aus der Terebinthe zu erkennen gegeben, wie der frühere Jahwe es zu Hebron getan hatte, dann hätte ihn dies als Bel oder Marduk ausgewiesen, den Gott des Donnerstags und des siebenten Monats, als den aramäischen Juppiter, den päonischen Apollon. Aus der Akazie aber, dem Baum des ersten Tages der Woche, offenbarte er sich als Gott der Menora, als transzendenter Himmlischer Gott, als Gott, der sprach: »Du sollst keine anderen Götter neben mir haben ... denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott.« Die Akazie ist tatsächlich ein dorniger, eifersüchtiger, genügsamer Baum; sie braucht sehr wenig Wasser und erstickt mit ihren Wurzeln - wie Odins Esche - alle anderen Bäume in ihrer Nähe. Im Monat Uat, der der Akazie geweiht war, fand der alljährliche Markt von Hebron statt, und er galt als so heilig, daß während dieser Zeit jeglicher Geschlechtsverkehr und auch die Pflege der eigenen Person tabu waren: in diesem Monat fand in Griechenland, in Italien und im Nahen Osten die alljährliche Reinigung der Tempel statt. Die noch nicht vollendeten Zeitalter der Welt, die Gwion von Nennius übernahm, beruhen auf dem gleichen planetarischen Kanon:

(Sonntag)
»Das erste Zeitalter der Welt reicht von Adam bis Noa.« Adam war der erste Mensch, der mit seinem Auge das Licht der Sonne oder den Glanz der Sonne erblickte. Der Sonntag ist der Tag des Lichts.

(Montag)
»Das zweite Zeitalter reicht von Noa bis Abraham.« Noas Zeit wurde von der Sintflut eingeleitet. Montag ist der Tag des Wassers.

(Dienstag)
»Das dritte Zeitalter reicht von Abraham bis David. Abraham war berühmt für seine Herden und seinen Besitz des fruchtbaren Landes Kanaan, das seinen Nachfahren verheißen war. Dienstag ist der Tag der Bäume und des Grases.

(Mittwoch)
»Das vierte Zeitalter reicht von David bis Daniel.« Das dritte Zeitalter sollte eigentlich von Abraham bis Salomon und das vierte von Salomon bis Daniel reichen - die Veränderung geschah offenbar zu Ehren St. Davids -, denn im Einleitungstext gibt Nennius die Zahl der Jahre, 1048, von Abraham bis zur Erbauung des salomonischen Tempel an, den David hätte erbauen sollen, wenn er nicht gesündigt hätte. Salomons Weisheit war in dem Tempel verkörpert. Mittwoch ist der Tag der Weisheit.

(Donnerstag)
»Das fünfte Zeitalter reicht von Daniel bis zu Johannes dem Täufer.« In der Einleitung gibt Nennius die Zahl der Jahre, 612, »von Salomon bis zum Neubau des Tempels« an, »der unter Darius, dem König der Perser, vollendet wurde.« Hier wird Daniel für Darius gesetzt (der ihn in Babylon in die Löwengrube werfen ließ), da er unter der besonderen Führung Gottes stand; doch im Jonas-Mythos war die Macht BabyIons durch den Walfisch symbolisiert, der das erwählte Volk verschlang und dann ausspuckte, als es in seinem Bauch wehklagte. Donnerstag ist der Tag der Meerestiere und Fische.

(Freitag)
»Das sechste Zeitalter reicht von Johannes dem Täufer bis zum Jüngsten Tag.« Nennius gibt auch die Jahre, 548, von Darius bis zur Mission Jesu Christi an. Johannes der Täufer tritt hier als Gehilfe bei der Taufe Jesu auf. Das Ziel der Mission war, das Evangelium der Liebe zu predigen; die Schafe von den Böcken zu sondern; den Löwen sich neben das Lamm legen zu lassen; den Menschen davon zu überzeugen, daß er wiedergeboren werde - auf daß der zweite Adam den ersten Adam von seiner Schuld auslöse. Freitag ist der Tag der Landtiere, des Menschen und der Liebe.

(Sonnabend)
»Im siebenten Zeitalter wird unser Herr Jesus Christus kommen, zu richten die Lebenden und die Toten und die Welt durch das Feuer.« [4] Im gegenwärtigen Zeitalter, dem sechsten, von dem schon 972 Jahre verstrichen waren, als Nennius schrieb, muß der Mensch hoffnungsvoll des siebenten Zeitalters harren, bis die Seelen endlich zur Ruhe kommen. Der Sonnabend ist der Tag der Ruhe.

Die rabbinische Erklärung der Menora aus der Schöpfung der Welt in sieben Tagen ist offensichtlich falsch. Wenn das mittlere Licht dem Sabbat zugeschrieben wird, so widerspricht dies dem Text des vierten Tages, »Es werden Lichter ... « Die ältere, im Zohar enthaltene Überlieferung: »Diese Lampen empfangen wie die sieben Planeten am Himmel ihr Licht von der Sonne«, geht auf den Sonnenkult der Hebräer vor dem Exil zurück. Die Menora wurde im Allerheiligsten so aufgestellt, daß sie nach Westsüdwest, nach Heliopolis, ausgerichtet war, der ursprünglichen Heimat des Sonnengottes, dessen Priester Moses war.
Josephus (jüdische Altertümer V, 5 ; 5) erwähnt die drei Wunder des Allerheiligsten, nämlich den Tisch der Schaubrote, den Weihrauchaltar und den siebenarmigen Leuchter: »Die sieben Lampen aber symbolisierten die sieben Planeten, denn ebenso viele sproßten aus dem Stiel des Leuchters; die zwölf Brotlaibe, die auf dem Tisch lagen, symbolisierten den Kreis des Tierkreises und das Jahr; und der Weihrauchaltar mit seinen dreizehn Sorten süßduftender Gewürze, mit denen das Meer ihn reichlich versorgte, symbolisierte, daß Gott der Herr über alle Dinge in den unbewohnbaren wie in den bewohnbaren Teilen der Erde ist und daß sie alle in seinen Dienst gestellt werden sollen.« Diese dreizehn (und nicht vier) Gewürze gehören wohl zu einer frühen Geheimlehre, die im Gesetz nicht erwähnt wird und die aus der gleichen Zeit stammen dürfte wie die Anweisung in Numeri 29,13, am ersten Tag des Laubhüttenfestes »dreizehn junge Zicklein« zu opfern. (Nebenbei bemerkt, war die Gesamtzahl der Zicklein, die vom Auftakt des kritischen siebenten Monats bis zum Ende des siebentägigen Festes geopfert werden mußten, wiederum die heilige Zahl 72. Das Opfer eines einzigen jungen Zickleins am achten Tag war eine andere Sache.) Josephus deutet an, daß die Zahl 13 auf Rahab verweist, die prophetische Meeresgöttin, die Wächterin von Scheol (»der unbewohnbaren Teile der Erde«), wo Gott aber ebenfalls seinen Herrschaftsanspruch erhebt.
In Entsprechung zu Hesekiels Baum-Sequenz gab es nun anscheinend eine Edelstein-Sequenz; diese war in drei Reihen auf der goldenen Brustplatte angeordnet, die der Hohepriester trug und die im Griechischen logion oder »kleiner Wortgeber« hieß (Exodus 28,15 f.). Dieses »Amtsschild« war von ägyptischen Handwerkern geschaffen; und der König von Tyre trug eine ähnliche Platte zu Ehren des Herakles Melkarth (Hesekiel, 28,13)Die Edelsteine, die, im Dunkel des Allerheiligsten aufleuchtend, Orakelantworten gaben, waren vermutlich innen hohl; dahinter befand sich eine Drehscheibe, an der ein Phosphorstreifen angebracht war. Wenn die Scheibe sich drehte, wurde die Botschaft nach der Weise spiritistischer Alphabetstafeln buchstabiert, während der Phosphorstreifen der Reihe nach hinter den einzelnen Buchstaben aufleuchtete.
Die Beschreibung dieses Amtsschildes im 2. Buch Mose erwähnt zwölf Edelsteine, in die die Namen der zwölf Stämme eingeritzt und die in eine Goldplatte von acht Quadratzoll Fläche eingelassen sind. Aber es gibt noch einen dreizehnten Stein, dem die Bibel an deren Stellen, z. B. in Jesaja, 54,12, so große Bedeutung beimißt, daß wir ihn als Bestandteil der ursprünglichen Serie ansehen müssen. Es ist der kadkod, in der King James Bibel von 1611 irrtümlich als »Achat« bezeichnet, wahrscheinlich aber der rote Rubin, und wir dürfen ihn dem schon früh in der israelitischen Geschichte verschwundenen Stamm Gad zuschreiben. Die Namen aller Edelsteine werden in der King James-Bibel falsch übersetzt, und eine etwas andere Aufzählung finden wir in der Offenbarung, 21,191 wo sie die Grundmauern des neuen Jerusalem bilden. Die Brustplatte bestand noch in den Tagen des Josephus, wenngleich sie nicht mehr aufleuchtete, und sie enthielt wahrscheinlich alle ursprünglich vorhandenen Steine außer dem kadkod. Daraus nun können wir unsere Edelstein-Sequenz ableiten, wobei wir mit Hilfe von J.I. Myers solidem Fachwissen die Edelsteine identiflzieren und sie dann in einer plausiblen jahreszeitlichen Reihenfolge neu arrangieren werden. Denn wir dürfen annehmen, daß die in der Bibel angegebene Reihenfolge, ähnlich wie die Reihenfolge der Elemente in Amergins Lied, aus Sicherheitsgründen absichtlich verwirrt wurde.
Wir wissen, daß der Amethyst, ahlamah, der Weinstein ist - sein griechischer Name bedeutet »Zauber gegen Trunkenheit« - und wir können ihn dem Weinmonat, zurechnen. Ähnlich gehört der gelbe Serpentin, tarsis, natürlich zum G, dem Monat des Efeu mit seinen gelben Beeren. Der gestreifte rote Achat, sebo, gehört zum C, dem Monat vor der Weinlese, wenn die Trauben noch rot sind. Der weiße Karneol, yahalem, und der gelbe Topas, lesem, könnten zu den glutheißen Monaten D und T gehören. Der blutrote Rubin, kadkod, gehört zum S, dem Monat der razzia oder des Raubzugs. Und der Lapislazuli, sappur, zum H, dem ersten Sommermonat, denn er versinnbildlicht den blauen Himmel. Sappur wird in der King James-Bibel mit Saphir übersetzt, und Hesekiel sagt, daß der Thron Gottes von dieser Farbe sei. (Martin Luther dagegen nennt hier den Rubin, d.) Der hellgrüne Jaspis, yaseph, und der dunkelgrüne Malachit, soham, passen zu NG und R, den winterlichen Regenmonaten Palästinas. Nophek, der strahlendrote Feuergranat, oder Pyrop, gehört vermutlich zu F, dem Monat des Frühlingsäquinoktium. Der rostrote edomitische Sarder, odem, eröffnet das Jahr zu Ehren Adams, des Roten - denn »Edom«, »Adam« und »Odem« sind allesamt Varianten des gleichen Wortes, das »rostrot« bedeutet: odem gehört also zum Monat B. Die übrigen zwei Steine entsprechen L, dem Monat von Herakles' goldenem Becher, und N, dem Monat seiner Seefahrt; es sind pitdan, der gelbe Chrysolith, und barekteth, der grüne Beryll - wobei das Wort beryl im Griechischen »Meeresjuwel« bedeutet.
Wir können aber noch einen Schritt weitergehen. Mit Hilfe der Namen, die den Stämmen Israels in Genesis 29 und 30 von ihren Müttern verliehen werden, und der prophetischen Segnungen und Verfluchungen, die Jakob in Genesis 48 und 49 über sie ausspricht, können wir jedem Stamm einen Buchstaben und einen Monat zuordnen. Ephraim (»der Fruchtbare«) und Menasse (»Vergeßlichkeit«), den beiden Söhnen Josephs, der ein »fruchtbarer Weinstock« war, können wir die Monate C und M zuweisen; und Ruben, dem Erstgeborenen, der Verbindungen zu den Edomitern hatte, den Buchstaben B. Rubens vier Blutbrüder, Gad (»Räuberbande«), Levi (»gesondert«), Asser (»Königliche Kostbarkeiten sind auf seinem Teller«) und Simeon (»der blutige Bruder, dessen Zorn unbändig ist«), ordnen wir die Buchstaben S, H, D und T zu. Gad regiert den Monat der razzia, wenn das Korn einladend in voller Reife steht. Levi den Monat H, denn dies ist der Monat besonderer Heiligkeit; Asser den hervorragenden königlichen Monat D, denn sein Name hängt mit Assera zusammen, den Terebinthenhainen der Mittsommeropfer. Simeon regiert den mörderischen Monat T, wenn die Sonne am unbarmherzigsten glüht. Isaschar, »der starke Esel zwischen zwei Lasten«, können wir L zuordnen, den Monat der Ruhe zwischen Saat und Ernte. Sebulon, »unter den Schiffen«, regiert den Seefahrt-Monat N; Juda (»Junger Löwe«) den Monat F der Frühlings-Tag-und Nachtgleiche. Naphthali (»er rang«) regiert den Pflügemonat R; und dem kleinen Benjamin, der über sie alle herrscht, gehört der Neujahrstag, der Tag des Göttlichen Kindes. Wenn wir auch Dan, (»wie eine Schlange«), den Schlangenmonat G zugewiesen haben, setzen wir natürlich für den einzig übrig gebliebenen Monat NG den Stamm Dina ein: denn Dina, die Zwillingsschwester Dans, war ein anderer, früh verschollener Stamm (siehe Genesis 34); und nachdem der Monat NG den Anfang der Regenzeit und den Wiederbeginn des alljährlichen Wachstumszyklus bezeichnet, gehört natürlich eine Frau an diesen Platz.
In meinem King Jesus habe ich versucht, den Gesang für den Herakles Melkarth zu rekonstruieren, auf dem »Jakobs Segen« anscheinend ruht. Er kombiniert die Worte der Segnung mit den traditionellen Bedeutungen, der Stammesnamen und hebt an mit Herakles, der seinen goldenen Becher hin und her schwingt. Ich will hier die Gelegenheit nutzen, meine falsche Zuordnung der Brüder Levi, Gad und Asser zu korrigieren:

Ruben - B
SIEHE DEN SOHN auf das Wasser gestoßen
In Macht und hervorragender Kraft,

Isaschar - L
Leicht ruhend zwischen zwei Taten -
Hat er dem Bootsmann all seinen SOLD gezahlt -

Sebulon - N
Horch, wie er brüllt gleich einem jungen Löwen,
Horch, wie seine Brüder seinen Namen PREISEN...

Gad - S
Wenngleich ein plünderndes HEER ihn niederwarf,
Wird er sie niederwerfen, wenn seine Zeit gekommen ist.

Levi - H
Er ist GESONDERT von allen seinen Brüdern
Und steht in Diensten des Heiligtums.

Asser - D
GLÜCKLICH ist er; sein Brot ist fett,
Königliche Köstlichkeiten sind auf seinem Teller, etc.

Hier folge nun, was immer sie taugen mag, eine Liste der Edelsteine, der Monate und der Stämme. (Die Brustplatte war zu Ehren der Sonne ganz aus Gold: wenn aber eine Sequenz von fünf Metallen den fünf Vokalen A0-U-E-1 entsprach, dann waren es wahrscheinlich eingedenk der traditionellen Planetenzeichen, die noch heute mit ihnen verbunden sind: Silber, Gold, Kupfer, Zinn, Blei.)

B 24. Dez. Roter Sarder Ruben
L 21. Jan. Gelber Chrysolith Isachar
N 28. Febr. Meergrüner Beryll Sebulon
F 18. März Feuergranat Juda
S 15. April Blutroter Rubin Gad
H 13. Mai Lapislazuli Levi
D 10. Juni Weißer Karneol Asser
T 8. Juli Gelber Topas Simeon
C 5. August Gestreifter roter Achat Ephraim
M 2. Sept. Amethyst Manasse
G 30. Sept. Gelber Serpentin Dan
Ng 28. Okt. Hellgrüner Jaspis Dina
R 25. Nov. Dunkelgrüner Malachit Naphthali

Für den überzähligen Tag, den 23. Dezember, der Benjamin gehört, dem »Sohn meiner rechten Hand« (wenn die Sonne erreicht im Mittwinter ihre südlichste Station), steht der Bernstein, und bernsteinfarben erschaut Hesekiel Jahwes obere Körperhälfte, während die untere Feuer ist. Benjamins Baum war der Ysop oder wilder Kapernstrauch, der an Mauern und in Rissen gedeiht und bei den Hebräern hauptsächlich zur Gewinnung von Weihrauch diente; oder der heilige Loranthus, der auf Tamarisken in der Wüste schmarotzt.