Fragment über Krieg, nationale Frage und Revolution [1]

Während so der Klassenhaß gegen das Proletariat und seine unmittelbar drohende soziale Revolution für alles Tun und Lassen der bürgerlichen Klassen, für ihr Friedensprogramm und ihre künftige Politik absolut richtunggebend geworden ist - was tut das internationale Proletariat? Völlig blind vor den Lehren der russischen Revolution, vergessend auf das Abc des Sozialismus, jagt es demselben Friedensprogramm der Bourgeoisie nach, erhebt es zum eigenen Programm! Hoch Wilson und der Völkerbund! Hoch nationale Selbstbestimmung und Abrüstung! Das ist jetzt das Banner, unter dem sich plötzlich die Sozialisten aller Länder vereinigen - zusammen mit den imperialistischen Regierungen der Entente, mit reaktionärsten Parteien, regierungssozialistischen Strebern, »grundsatztreuen« oppositionellen Sumpfsozialisten, bürgerlichen Pazifisten, kleinbürgerlichen Utopisten, nationalistischen Emporkömmlingsstaaten, bankerotten deutschen Imperialisten, dem Papst, den finnländischen Henkern des revolutionären Proletariats, den ukrainischen Schürzenstipendiaten des deutschen Militarismus. In Polen die Daszynskis im trauten Bunde mit den galizischen Schladitschitzen und der Warschauer Großbourgeoisie, in Deutsch-Österreich die Adler, Renner, Otto Bauer und Julius Deutsch Arm in Arm mit Christlich-Sozialen, Agrariern und Deutschnationalen, in Böhmen die Soukup und Nemec in geschlossener Phalanx mit allen bürgerlichen Parteien, eine rührende allgemeine Versöhnung der Klassen. Und über all der nationalen Trunkenheit das internationale Banner des Friedens. Die Sozialisten holen überall die Kastanien aus dem Feuer für die Bourgeoisie, helfen mit ihrem Ansehen und ihrer Ideologie den moralischen Bankerott der bürgerlichen Gesellschaft zu decken und zu retten, helfen, die bürgerliche Klassenherrschaft zu renovieren und zu konsolidieren. Und die erste praktische Krönung dieser salbungsvollen Politik - Niederwerfung der russischen Revolution und Aufteilung (?) Rußlands. Es ist die Politik des 4. August 1914, nur im konkaven Spiegel des Friedens auf den Kopf gestellt. Kapitulation des Klassenkampfes, Zusammenschluß mit jeder nationalen Bourgeoisie zum gegenseitigen Kriegsmorden, umgewandelt in internationalen Weltzusammenschluß im »Verständigungsfrieden«. Auf das Platteste, Abgeschmadcteste, ein Ammenmärchen, ein Kinorührstück fallen sie herein: Kapital plötzlich verschwunden, Klassengegensätze null und nichtig. Abrüstung, Frieden, Demokratie, Harmonie der Nationen. Madit beugt sich vor Recht, der Schwache richtet sich auf. Krupp wird statt Kanonen ... Weihnachtslichte produzieren, die amerikanische Stadt Gari (?) wird in einen Fröbel-Kindergarten verwandelt. Arche Noahs, wo das Lamm grast ruhig neben dem Wolf, der Tiger schnurrt blinzelnd wie eine große Hauskatze, dieweil ihn die Antilope mit dem Horn hinter dem Ohr krault, der Löwe und die Ziege spielen miteinander Blindekuh. Und all das auf die magische Zauberformel Wilsons hin, des Präsidenten der amerikanischen Milliardäre, all das mit Hilfe der Clemenceau, Lloyd George und des Prinzen Max von Baden [2]. Abrüstung, nachdem England und Amerika zwei neue Militarismen! Japan Lieferant. Nachdem die Technik ins Ungemessene gewachsen. Nachdem alle Staaten bei dem Rüstungs- und Finanzkapital durch die Staatsschuld in der Tasche sitzen! Nachdem Kolonien - Kolonien bleiben. Der Gedanke des Klassenkampfes kapituliert hier vor dem nationalen Gedanken. Die Harmonie der Klassen in jeder Nation erscheint als Voraussetzung und Ergänzung der Harmonie der Nationen, die im »Völkerbund« aus dem Weltkriege steigen soll. Der Nationalismus ist augenblicklich Trumpf. Von allen Seiten melden sich Nationen und Natiönchen mit ihren Rechten auf Staatenbildung an. Vermoderte Leichen steigen aus hundertjährigen Gräbern, von neuem Lenztrieb erfüllt, und »geschichtslose« Völker, die noch nie selbständige Staatswesen bildeten, verspüren einen heftigen Drang zur Staatenbildung. Polen, Ukrainer, Weißrussen, Litauer, Tschechen, Jugoslaven, zehn neue Nationen des Kaukasus ... Zionisten errichten schon ihr Palästina-Ghetto, vorläufig in Philadelphia..., auf dem nationalistischen Blockberg ist heute Walpurgisnacht.

Es trägt der Besen, trägt der Stock,
Wird niemals fliegen, der heut nicht flog.

Aber der Nationalismus ist nur die Formel. Der Kern, der historische Inhalt, der darunter steckt, ist so mannigfaltig und beziehungsreich, wie die Formel der »nationalen Selbstbestimmung«, unter der er sich verbirgt, hohl und dürftig ist. Wie in jeder großen revolutionären Periode, kommen jetzt die verschiedensten alten und neuen Rechnungen zur Begleichung, Gegensätze zum Austrag, antiquierte Reste der Vergangenheit mit aktuellsten Fragen der Gegenwart und kaum geborenen Problemen der Zukunft bunt durcheinander. Zerfall Österreichs und der Türkei ist die letzte Liquidierung noch des feudalen Mittelalters, ein Nachtrag zur Arbeit Napoleons. Im Zusammenhang jedoch mit dem Zusammenbruch und der Reduktion Deutschlands ist es der Bankerott des jüngsten und kräftigsten Imperialismus und seiner erst im Kriege geformten Weltherrschaftspläne. Zugleich ist es der Bankerott nur einer speziellen Methode der imperialistischen Herrschaft: durch ostelbische Reaktion und Militärdiktatur, durch Belagerungszustand und Ausrottungsmethoden, es ist der Zusammenbruch der Trotha-Strategie, von den Hereros aus der Kalahari-Wüste auf Europa übertragen. Der Zerfall Rußlands, äußerlich und formell in seinen Resultaten: Bildung neuer kleiner Nationalstaaten - dem Zerfall Österreichs und der Türkei analog, birgt ein entgegengesetztes Problem: einerseits Kapitulation der proletarischen Politik auf nationalem Maßstäbe vor dem Imperialismus, andererseits kapitalistische Konterrevolution gegen die proletarische Machtergreifung [3]

Ein K(autsky) sieht hier in seinem pedantischen, schulmeisterlichen Schematismus den Triumph der »Demokratie«, deren einfaches Zubehör und Erscheinungsform der Nationalstaat sei. Der trockene kleinbürgerliche Formalist vergißt natürlich, in den inneren historischen Kern hineinzublicken, vergißt als berufener Tempelwäditer des historischen Materialismus, daß ,Nationalstaat« und Nationalismus« an sich leere Hülsen sind, in die jede historische Epoche und die Klassenverhältnisse in jedem Land ihren besonderen materiellen Inhalt gießen Deutscher und italienischer »Nationalstaat« in den siebziger Jahren war die Losung und das Programm des bürgerlichen Staates, der bürgerlichen Klassenherrschaft, dessen Spitze sich gegen die mittelalterlich-feudale Vergangenheit, den patriardialisch-bürokratischen Staat und die Zersplitterung des wirtschaftlichen Lebens richtete. In Polen war der »Nationalstaat« traditionelle Losung der agrarisch-adligen und kleinbürgerlichen Opposition gegen die moderne kapitalistische Entwicklung, eine Losung, deren Spitze sich gerade gegen die modernen Erscheinungen des Lebens richtete: sowohl gegen den bürgerlichen Liberalismus wie gegen seinen Antipoden, die sozialistische Arbeiterbewegung. Auf dem Balkan, in Bulgarien, Serbien, Rumänien war der Nationalismus, dessen mäditigen Ausbruch die zwei blutigen Balkankriege als Präludien zum Weltkrieg bezeidineten, einerseits der Ausdruck der aufstrebenden kapitalistischen Entwicklung und der bürgerlichen Klassenherrschaft in allen diesen Staaten, Ausdruck für die widersprechenden Interessen sowohl dieser Bourgeoisien untereinander wie des Zusammenpralls ihrer Entwicklungstendenz mit dem österreichischen Imperialismus. Zugleich war und ist der Nationalismus dieser Staaten, obwohl im Kern nur Ausdruck für einen ganz jungen, erst keimartigen Kapitalismus, zugleich doch schon in der allgemeinen Atmosphäre der imperialistischen Tendenzen gefärbt. In Italien ist der Nationalismus schon durch und durch und ausschließlich Firmenschild für rein imperialistisch-koloniale Appetite, dieser Nationalismus des tripolitanischen Krieges und der albanischen Appetite hat mit dem italienischen Nationalismus der fünfziger und secliziger Jahre so wenig Ähnlichkeit wie Herr Sonnino mit Giuseppe Garibaldi.

In der russischen Ukraine war der Nationalismus bis zum Oktoberumsturz des Jahres 1917 in Petersburg ein Nichts, eine Seifenblase, eine Fatzkerei etlicher Dutzend Professoren und Advokaten, die meist selbst nicht ukrainisch reden können. Seit dem bolschewistischen Umsturz ist er zum Ausdruck eines sehr realen Interesses der kleinbürgerlichen Konterrevolution geworden, deren Spitze sich gegen die sozialistische Arbeiterklasse richtet. In Indien ist der Nationalismus ein Ausdruck der aufstrebenden eingeborenen Bourgeoisie, die nach selbständiger Ausbeutung des Landes für eigene Rechnung strebt, statt nur als Objekt für die Aussaugung seitens des englischen Kapitals zu dienen; dieser Nationalismus entspricht also seinem sozialen Gehalt und seiner historischen Stufe nach den Emanzipationskämpfen der Vereinigten Staaten Amerikas am Ausgang des 18. Jahrhunderts. So spiegelt der Nationalismus alle denkbaren Interessen, Nuancen, geschichtlichen Situationen wieder. Er schillert in allen Farben. Er ist nichts und alles, er ist bloß die ideologische Hülle, alles kommt darauf an, seinen jeweiligen Kern zu bestimmen. So birgt die allgemeine augenblickliche Weltexplosion des Nationalismus das bunteste Durcheinander verschiedenster Spezialinteressen und Tendenzen in ihrem Schoße. Aber durch alle diese Spezialinteressen geht richtunggebend als Achse ein allgemeines von der besonderen geschichtlichen Situation geschaffenes Interesse: die Spitze gegen die drohende Weltrevolution des Proletariats.
Die russische Revolution mit der von ihr hervorgebrachten Bolschewiki-Herrschaft hat das Problem der sozialen Revolution auf die Tagesordnung der Geschichte gestellt. Sie hat den Klassengegensatz zwischen Kapital und Arbeit ganz allgemein auf die äußerste Spitze getrieben. Sie hat plötzlich zwischen den beiden Klassen einen gähnenden Abgrund aufgetan, aus dem vulkanische Dämpfe aufwallen und feurige Flammen aufzüngeln. Wie seinerzeit der juniaufstand des Pariser Proletariats und die Junischläditerei zum ersten Mal die bürgerliche Gesellschaft praktisch in zwei gegensätzliche Klassen gespalten hat, zwischen denen es nur ein Gesetz geben kann: Kampf auf Leben und Tod, so hat die BolschewikiHerrschaft in Rußland die bürgerliche Gesellschaft praktisch vor diesen Endkampf auf Tod und Leben von Angesicht zu Angesicht gestellt. Sie hat vernichtet und verweht die Fiktion von der zahmen Arbeiter-klasse, mit der man sich schiedlich-friedlich einrichtet, von dem Sozialismus, der theoretisch unschädliche Phrasen bramarbasiert, praktisch aber dem Grundsatz huldigt: leben und leben lassen - jene Fiktion, die durch die Praxis der letzten dreißig Jahre der deutschen Sozialdemokratie in ihren Fußtapfen der ganzen Internationale entstanden war. Die russische Revolution hat plötzlich mit rauher Faust den durch das letzte halbe Jahrhundert des Parlamentarismus geschaffenen Modus vivendi zwischen Sozialismus und Kapitalismus zerstört und den Sozialismus aus einer harmlosen Phrase der Wahlagitation der blauen Zukunftsferne zum blutig ernsten Problem der Gegenwart des heutigen Tages gemacht. Sie hat die alte, seit den Pariser junitagen des Jahres 1848 vernarbte furchtbare Wunde der bürgerlichen Gesellschaft brutal aufgerissen. Dies alles freilich zunädist nur im Bewußtsein der herrschenden Klassen. Genau wie die junitage mit der Kraft eines elektrischen Schlages augenblicklich der Bourgeoisie aller Länder das Bewußtsein des unversöhnlichen Klassengegensatzes zur Arbeiterklasse eingeprägt, den tödlichen Haß zum Proletariat in die Herzen gegossen hatten, während die Arbeiter aller Länder selbst Jahrzehnte brauchten, um sich die Lehren der Junitage, das Bewußtsein des Klassengegensatzes anzueignen, so wiederholt sich das auch jetzt: die russische Revolution hatte in sämtlichen besitzenden Klassen sämtlicher Länder der Welt einen glühenden, schäumenden, zitternden Schreck und Haß gegen das drohende Gespenst der politischen Diktatur geweckt, wie er sich nur mit den Gefühlen der Pariser Bourgeoisie während der juni-Metzelei und der KommuneAbschlachtung messen kann. Der Bolschewismus« ist das Stichwort für den praktischen revolutionären Sozialismus, für alle Bestrebungen der Arbeiterklasse zur Machteroberung geworden. In diesem Aufreißen des sozialen Abgrunds im Schoße der bürgerlichen Gesellschaft, in dieser internationalen Vertiefung und Zuspitzung des Klassengegensatzes liegt das geschichtliche Verdienst des Bolschewismus und in diesem Werk - wie immer in großen historischen Zusammenhängen verschwinden wesenlos alle besonderen Fehler und Irrtümer des Bolschewismus [4]

Diese Gefühle sind heute der innerste Kern der nationalistischen Delirien, in die die kapitalistische Welt anscheinend verfallen ist, sie sind der objektive historische Inhalt, auf den sich die kunterbunte Musterkarte der sich anmeldenden Nationalismen in Wirklichkeit reduziert. In allen den kleinen jungen Bourgeoisien, die nun zum selbständigen Dasein streben, zittert nicht bloß der Wunsch nach Gewinnen ungehemmter und unbevormundeter Klassenherrschaft, sondern auch nach den solange entbehrten Wonnen der eigenhändigen Erdrosselung des Todfeindes - des revolutionären Proletariats, welche Funktion sie bis jetzt einem ungefügen staatlichen Apparat der Fremdherrschaft überlassen mußten. Haß wie Liebe läßt man ungern durch Dritte ausüben. Die Blutorgien Mannerheims, des finnischen GaIlifet, zeigen, wieviel in der Gluthitze des letzten Jahres aufgesprossener Haß in den Busen all dieser »kleinen Nationen«, all der Polen, Litauer, Rumänen, Ukrainer, Tschechen, Kroaten usw. nur auf die Möglichkeit wartet, endlich selbst mit »nationalen« Mitteln in den Eingeweiden des revolutionären Proletariats zu wühlen. Aus allen diesen »jungen« Nationen, die wie Lämmer weiß und unschuldig auf die Grasweide der Weltgeschichte hüpfen, blickt schon der Karfunkelblick des grimmen Tigers, der auf eine Abrechnung« mit der ersten Regung des »Bolschewismus« wartet. Hinter all den idyllischen Banketten und rauschenden Verbrüderungsfesten in Wien, in Prag, in Agram, in Warschau gähnen schon Mannerheims offene Gräber, die sich Rotgardisten selbst schaufeln müssen, schimmern wie undeutliche schatten die Galgen von Charkow, zu deren Errichtung die Lubinskys und Holubowitschs die deutschen »Befreier« in die Ukraine luden. Und derselbe Grundgedanke beherrscht das ganze demokratische Friedensprogramm Wilsons. Der Völkerbund« in der Atmosphäre der Siegestrunkenheit des anglo-amerikanischen Imperialismus und des auf der Weltbühne umgehenden schreckgespenstes des Bolschewismus kann nur eins hervorbringen: einen bürgerlichen Weltbund zur Niederhaltung des Proletariats. Das erste dampfende Opfer, das der Hohepriester Wilson an der Spitze seiner Auguren von der Bundeslade des »Völkerbundes« bringen wird, wird das bolschewistische Rußland sein, über das sich die »selbstbestimmten Nationen«, Sieger und Besiegte zusammen, stürzen werden. Hier zeigen die herrschenden Klassen wieder einmal ihren untrüglichen Instinkt für ihre Klasseninteressen, ihre wunderbar feine Sensibilität für die ihnen drohenden Gefahren.

Während äußerlich für die Bourgeoisie das schönste Wetter herrscht und die Proletarier aller Länder sich an dem nationalistischen und völkerbündlerischen Lenzeswehen berauschen, spürt die bürgerliche Gesellschaft ein Reißen in allen Gliedern, das ihr den bevorstehenden historischen Barometersturz und Witterungsumschlag ankündigt. Während die Sozialisten mit tölpelhaftem Eifer ihr als »nationale Minister« Kastanien des Friedens aus dem Feuer des Weltkrieges zu holen trachten, sieht sie hinter ihrem Rücken schon das unvermeidliche, nahende Verhängnis: das sich aufreckende Riesengespenst der sozialen Weltrevolution, das schweigend im Hintergrunde die Bühne betreten hat. Die objektive Unlösbarkeit der Aufgaben, vor die sich die bürgerliche Gesellschaft gestellt sieht, diese ist es, die den Sozialismus zur historischen Notwendigkeit und die Weltrevolution unvermeidlich macht. Wie lange diese letzte Periode dauern, welche Formen sie annehmen wird, kann niemand voraussehen. Die Geschichte hat das ausgefahrene Geleise und den gemütlichen Trott verlassen, und jeder neue Schritt, jede neue Wendung des Weges eröffnen neue Perspektiven und eine neue Szenerie. Worauf es ankommt, ist, das eigentliche Problem dieser Periode zu begreifen [5] Dieses Problem heißt: die Diktatur des Proletariats, Verwirklichung des Sozialismus. Die Schwierigkeiten der Aufgabe liegen nicht in der Stärke des Gegners, der Widerstände der bürgerlichen Gesellschaft. Ihre ultima ratio: das Heer, ist durch den Krieg zur Niederhaltung des Proletariats unbrauchbar, selbst revolutionär geworden. Ihre materielle Daseinsbasis: die Erhaltung der Gesellschaft, ist durch den Krieg zerrüttet. Ihre moralische Daseinsbasis: die Tradition, der Schlendrian, die Autorität, sind in alle Winde verweht. Das ganze Gefüge aufgelockert, flüssig und beweglich geworden. Die Bedingungen des Kampfes um die Macht sind so günstig wie noch für keine aufstrebende Klasse in der Weltgeschichte. Sie kann wie eine reife Frucht dem Proletariat in den Schoß fallen. Die Schwierigkeit liegt im Proletariat selbst, in seiner Unreife, vielmehr in der Unreife seiner Führer, der sozialistischen Parteien«. [6] Die Arbeiterklasse sträubt sich, sie schreckt immer wieder vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeit ihrer Aufgabe zurück. Aber sie muß, sie muß. Die Geschichte schneidet ihr alle Ausflüchte ab, - um aus Nacht und Graus die geschundene Menschheit ins Licht der Befreiung zu führen. Das Ende des Weltkrieges kann nichts ... (unleserlich) ... sein und aus d ... (unleserlich) ... kann sich ... (unleserlich) ...

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