Vorbemerkungen

Gesellschaftliche und verinnerlichte Unterdrückung

Ungleichheit zwischen Frauen und Männern ist in gesellschaftlichen Strukturen festgelegt, in der Art und Weise, wie die Arbeit verteilt ist. Sie ist in der Gesetzgebung und in den Institutionen festgelegt. Aber nicht nur außerhalb unseres Selbst ist diese Ungleichheit zu finden: Wir sind zu Frauen und Männern sozialisiert worden, unsere Sozialisation hat uns für diese Ungleichheit konditioniert ― oder auch nicht. Um an dieser Ungleichheit etwas zu ändern ― und das gilt für alle Formen der Unterdrückung ―, müssen immer zwei Prozesse stattfinden. Die Veränderung gesellschaftlicher Strukturen und die Veränderung der Menschen, unseres Bewußtseins, unseres Verhaltens.
Das gilt für Sexismus, das gilt für Rassismus, das gilt für jede Form der Unterdrückung. Um Rassismus zu überwinden, werden wir einen politischen Kampf führen müssen. Aber wir werden auch untersuchen müssen, wie Menschen sich rassistische Gedanken zu eigen machen und wie es kommt, daß die eine Person dafür anfälliger ist als eine andere. Und genauso wie Männer untersuchen müssen, welche Vorurteile sie über Frauen in ihrer Sozialisation mitbekommen haben, müssen Weiße überlegen, welche Botschaften sie über farbige Menschen verinnerlicht haben.
Häufig wird gegen die Versuche, nicht nur außerhalb von uns, sondern auch in uns selbst nach den Folgen der Unterdrückung zu forschen, der Einwand vorgebracht, sie hielten nur vom politischen Kampf ab. Ich bin nicht dieser Meinung. Ich glaube, daß es keine Frage der Wahl ist, was ich mit diesem Buch deutlich machen zu können hoffe. Wir sind zu Frauen und Männern sozialisiert worden. Diese Sozialisation verändern wir nicht einfach nur mit Arbeitszeitverkürzung, Berufsausbildungen und indem Frauen in politische Machtpositionen gelangen. Aber wir erreichen eine Veränderung genauso wenig, wenn wir unsere ganze Aufmerksamkeit darauf richten, wie wir so geworden sind, also auf psychische Veränderungsprozesse, und den Rest den Politikern überlassen. Das eine geht nicht ohne das andere.
In diesem Buch beschäftige ich mich vor allem mit der »Innenseite« der Unterdrückung, unserer Sozialisation. Mit den gesellschaftlichen Strukturen habe ich mich u. a. in »Feminismus und Sozialismus« befaßt und werde sie hier nicht immer wiederholen.

Unterdrückung und Sozialisation In diesem Zusammenhang möchte ich etwas über die Begriffe »Sozialisation« und »Unterdrückung« anmerken. Ich beobachte, daß die Feministinnen, die den Begriff Unterdrückung benutzen, oftmals ein ausgesprochenes Feindbild haben (einfach ausgedrückt: Wenn Frauen unterdrückt werden, bleibt nur eine Bevölkerungsgruppe übrig, die das auf dem Gewissen haben kann), welches manchmal an eine Komplott-Idee grenzt: Alle Männer halten zusammen, um so Frauen klein zu halten. Feministinnen, die dieses Bild zu vereinfachend finden oder die Männer in ihrer Umgebung nicht als Unterdrücker betrachten, neigen dazu, von Sozialisation zu sprechen. Damit kann man die Schuldfrage vermeiden. Wir werden dann von Institutionen sozialisiert, von der Familie, von der Ideologie, von dem System. So betrachtet, bilden diese beiden Gedankengänge einen Gegensatz. Der eine geht von bewußten, gewollten Prozessen aus, der andere von ungewollten, unbewußten.
Weil ich beide Begriffe benutze, scheint es mir notwendig, darzulegen, warum ich darin keinen Gegensatz sehe. Also folgt hier ein

Intermezzo: ein kleines Glaubensbekenntnis Als ich vor Jahren erkannte, daß die Welt, in der ich lebe, keine sehr gerechte ist, loderte in mir die jahrelang aufgestaute Wut auf. Alles fügte sich zu einem Bild zusammen: Die Tatsache, daß ich als Frau doppelt so gut sein mußte, um in meiner Arbeit ernstgenommen zu werden. Die Tatsache, daß ich neben dem Beruf für ein Kind zu sorgen hatte, was nur wenige Männer brauchen. Das emotionale Unvermögen, das ich bei vielen Männern sah, die mir nicht so viel Liebe und Verständnis und Sorge entgegenbrachten, wie ich als Frau für sie übrig hatte. Die Erfahrung, daß ich mich als selbständige Frau nicht außerhalb des Hauses bewegen konnte, ohne stärker gefährdet zu sein als Männer. Alles kam zusammen. Ungleiche Bezahlung, Doppelbelastung, die ständigen Abbildungen von Frauen als Spielzeug und Besitz, die selbstverständliche Annahme, daß ich Männer wichtiger finde als Frauen, um nur einiges zu nennen. In dem Moment, als ich die Zusammenhänge zu erkennen begann, erschien es mir wie ein Komplott.  Und die Reaktion darauf war eine wütende Anklage. Ich habe nicht das Bedürfnis, die Wut von damals zurückzunehmen. Wut ist eine unmittelbare Reaktion auf Ungerechtigkeit und geht in jedem Fall über blinde Ohnmacht oder das ängstliche Opferdasein hinaus. Die starke Anklage der ersten Jahre war ― was mich angeht ― notwendig und hat viel in Gang gesetzt. Aber mittlerweile bin ich am Ende dieser ersten Wut angelangt, und mir ist klargeworden, daß die Dinge komplizierter sind, als ich dachte. Obwohl die Erkenntnis schockierend ist, daß Frauen größtenteils von Männern, die sie kennen, vergewaltigt werden, von ganz normalen Männern, bedeutet das nicht, daß alle Männer Vergewaltiger sind. Obwohl wir rasend werden können, wenn wir entdecken, wie viele Frauen mißhandelt werden, gehe ich nicht davon aus, daß alle Männer, nur dadurch, daß sie sich in einer Machtposition befinden, mißhandeln. Ich sehe, daß alle Männer von einem System profitieren können, das ihnen einige Chancen und Wahlmöglichkeiten bietet, die wir nicht haben, aber ich bin nicht länger bereit, jedem Mann individuell dafür die Schuld zu geben. Auch Männer sind in ein patriarchales System hineingeboren worden, das sie sich nicht ausgesucht haben. Sage ich nun damit, niemand könne etwas dafür, daß Frauen das schlechtere Geschäft gemacht haben als Männer? Nein. Aber ich möchte die Schuldfrage gern durch einen anderen Begriff ersetzen: Verantwortlichkeit. Ich möchte das erklären. Ich gehe nicht davon aus, daß Männer eines Tages als Erwachsene aufwachen und denken: jetzt werde ich ein Sexist, jetzt werde ich Frauen unterdrücken. Bevor ein Mann in diese Situation kommt, ist schon viel mit ihm geschehen. Der Mann, der es selbstverständlich findet, daß seine Frau für seine Karriere ihre Interessen aufgibt, hat gelernt, das normal zu finden. Er sah, wie sein Vater es tat, er sieht, wie andere Männer es tun. Auch mit dem Mann, der seine Frau schlägt, ist viel geschehen. Auch er hat in seiner Jugend seine Erfahrungen gemacht und dabei ist er garantiert nicht netter geworden. Viele dieser Erfahrungen, die jetzt seinen Charakter ausmachen, hat er sich nicht ausgesucht. Nun behaupte ich nicht, daß mißhandelnde Männer abnorm sind, weil sie eine unglückliche Jugend gehabt haben und deshalb nichts anderes können, als drauflos zu schlagen. Leider liegt Mißhandlung in Privatbeziehungen so nah bei dem, was in dieser Gesellschaft als normal empfunden wird, daß wir nicht einfach zwischen den Guten und den Bösen eine Trennungslinie ziehen können. (Vielleicht betrachten deshalb einige Feministinnen dann lieber gleich alle Männer als Übeltäter.) Männer haben gelernt, Frauen als diejenigen zu sehen, die für ihr Lebensglück verantwortlich sind, die körperlich zu ihrer Verfügung zu stehen haben, deren Körper ihr Besitz ist. Diese Bilder sitzen tief, auch wenn sie mit einer dünnen Vernunftschicht übertüncht sind. An diesen Bildern hat der einzelne Mann keine Schuld, er hat sie sich nicht ausgedacht. Aber sicher betrachte ich jeden Mann schon als dafür verantwortlich, was er mit den Gegebenheiten seines Sozialisationsprozesses anfängt, mit seinen Bedürfnissen und Bildern und schlechten Gewohnheiten. In großen Teilen der Frauenbewegung war das »Verstehen« von Männern lange tabuisiert. Ich weiß noch, wieviel Streit es gab, als ich sagte, daß ich auch untersuchen wolle, was Männer mitgemacht haben, vielleicht als Kind, vielleicht in ihrer Arbeitssituation, was sie dazu gebracht hat, so schlecht mit Frauen umzugehen. Verständnis von Frauen wurde oft mit einer alten Haltung verwechselt: Verstehen ist vergeben und vergessen. Nein. In dem Moment, in dem wir Gefahr laufen, Opfer zu werden, ist Verständnis nicht gerade immer die schlaueste Verteidigung. Sondern dann geht es darum, unsere Haut zu retten. Aber wir sind nicht nur Opfer. Und wenn wir wollen, daß es mit der Mißhandlung ein Ende hat, werden wir noch mehr tun müssen, als Frauen ein Obdach zu geben und die Öffentlichkeit zu mobilisieren. Wollen wir unsere Strategie ausweiten, um nicht nur die Symptome zu bekämpfen, sondern auch die Ursachen, werden wir dahinterkommen müssen, was alles mit Männern geschehen ist. Wut wird oft mit Radikalität verwechselt. Je böser desto kämpferischer. Sicher ist die Empörung über Ungerechtigkeit ein starker Motor, uns in Bewegung zu setzen. Aber Radikalität bedeutet wörtlich das Zurückgehen zu den Wurzeln. Und ich will verstehen können, was mit Männern geschehen ist, wie sie zu Männern geworden sind, genauso wie ich verstehen will, wie wir zu Frauen geworden sind. Um so besser, wirksamer an einer Veränderung arbeiten zu können. Um nach dem ersten Schritt aus der Opferhaltung, dem Umschlagen in Wut, auch die darauffolgenden Schritte erkennen zu können.

Zurück zu den Begriffen »Unterdrückung« und »Sozialisation«. Es gibt Einwände gegen den Begriff Unterdrückung wegen der damit verbundenen Assoziationen einer individuellen Willenstat und des Komplotts.* (* Du Bois, Raymond und Leydesdorff schlagen vor, den Begriff der Unterdrückung durch Sozialisation zu ersetzen, auch Trees Mom, der diese Diskussion in »Vrouwenstudies en Vrouwenonderdrukking« zusammenfaßt. Ich bin nicht dieser Meinung. Es gibt zwar Einwände, so wie jedem Begriff gegenüber, aber ich werde den Begriff Unterdrückung erst dann fallen lassen, wenn wir ein anderes Wort haben, das die Machtungleichheit angibt ― Sozialisation tut das nicht ―, oder wenn es mit der Unterdrückung vorbei ist.) Aber ich sehe »Unterdrückung« als eine beweisbare Realität und gebrauche diesen Begriff als Umschreibung für eine Situation, in der eine Gruppe eine andere beherrschen kann, unterstützt von Gesetzgebung, Arbeitsteilung, Traditionen, festgeschrieben in Institutionen und Ideologie. Mit dieser Definition sind Frauen allein schon angesichts der Tatsache, daß sie immer noch zwei Drittel der Arbeit leisten und nur ein Drittel bezahlt bekommen, eine unterdrückte Gruppe. Und selbst wenn Männer individuell keine Schuld an einem historisch gewachsenen und wirtschaftlich verankerten System tragen, so können sie doch davon profitieren, und ich betrachte sie individuell auch als verantwortlich für das Fortbestehen dieses Systems.
Ich gehe also davon aus, daß wir in eine bestimmte Situation hineingeboren worden sind und als Frauen einen eigenen Lernprozeß durchlebt haben, der für das spätere Verhältnis zwischen Anpassung und Widerstand mitbestimmend ist. Und daß Männer einen Lernprozeß durchgemacht haben, der aus ihnen einen Mann gemacht hat. Sozialisation.
Ich benutze das Wort Sozialisation anstelle von Erziehung, da Erziehung ein Begriff für einen bewußten Prozeß ist, bei dem man die Erzieher mit Namen nennen kann. Sozialisation ist umfassender, sie beinhaltet außer Erziehung auch die Einflüsse, denen wir ausgesetzt sind, ohne daß jemand diese bewußt gewählt hat. Der Begriff Sozialisation läßt für bewußte Einflüsse viel weniger Raum.
In dieser Verwendung widersprechen sich die Begriffe Unterdrückung und Sozialisation nicht, sie bilden zusammen ein Ganzes, wie
Innenseite und Außenseite.
In diesem Buch setze ich mich, wie gesagt, vor allem mit der »Innenseite« auseinander. Aber in Anbetracht der Tatsache, daß es sich immer um eine Wechselwirkung zwischen Lernprozessen und gesellschaftlichen Strukturen handelt, werde ich nicht so tun, als fände der Prozeß, eine Frau oder ein Mann zu werden, im luftleeren Raum oder in der wertfreien begrenzten Abgeschiedenheit der Kinderstube, inmitten von Mami und Papi statt.

Über Männer und Frauen

Wenn Menschen um eine Beschreibung gebeten werden, was sie unter »Frauen« und »Männern« verstehen, reagieren sie wahrscheinlich erst einmal befremdet. Wir wissen doch alle, was eine Frau zu einer Frau und einen Mann zu einem Mann macht. Und dann werden in der Regel zuerst die körperlichen Merkmale genannt: Frauen sind die Menschen mit Brüsten, einer Gebärmutter und einer Vagina, Männer sind die Menschen mit einem Penis. Aber dann kommen meistens folgende Eigenschaften: Frauen sind die Menschen, die Kinder gebären. Frauen sind die Menschen, die Kinder versorgen. Frauen sind kleiner, weniger stark, Frauen sind weniger aggressiv. Frauen sind einfühlsamer und mitfühlender, Frauen werden Sekretärin oder Hausfrau. Von ganz allein geht die Aufzählung körperlicher Merkmale in kulturelle Merkmale über, Merkmale, die innerhalb dieser Kultur den Menschen mit einem weiblichen Körper zugeordnet werden.
Die Schwierigkeit liegt nun in der Verwendung der Begriffe. Wenn ich »männlich« sage, meine ich dann die bloße biologische Tatsache oder auch das, was wir »männlich« zu finden gelernt haben, und wo liegt die Grenze zwischen beidem? Im Englischen gibt es dafür eine gute Lösung, weil zwei Begriffe für »männlich« und »weiblich« zur Verfügung stehen: male/female und masculine/feminine, wobei der erste mehr für die Biologie steht und der zweite mehr für das Verhalten oder den Charakter. Wir können zwischen Sexus  (biologisch) und Geschlecht (kulturell)* (* Stoller machte diesen Unterschied in »Sex und gender«, Oakley in »Sex, gender and society« ebenfalls. Nach David Tresemer sagt der Gebrauch dieser Begriffe bereits aus, daß man sich einig darin ist, was biologisch festgelegt ist und was durch die gesellschaftlichen Einflüsse; s.: »Assumptions made about gender roles«. Wenn wir die Begriffe konsequent anwenden, sprechen wir nicht von Sexualrollen und Sexualsozialisation, sondern von Geschlechtsrollen und Geschlechtssozialisation und statt von Sexualorganen und Sexualhormonen von Geschlechtsorganen und Geschlechtshormonen) unterscheiden, was sich jedoch mit den Worten »männlich« und »weiblich« nicht ausdrücken läßt. In unserem Sprachgebrauch aber vermengen wir dies miteinander und ordnen alles der Biologie zu, was nun ganz und gar nicht zu ihr gehört. Infolgedessen entsteht hier ein heilloses Durcheinander. Was meinen beispielsweise Feministinnen, die den Krieg eine »Männersache« nennen? Meinen sie damit die nachweisbare gesellschaftliche Tatsache, daß Armeen hauptsächlich aus Männern bestehen, oder gehen sie davon aus, daß Kriege zu führen etwas ist, das zur männlichen Biologie gehört? Eben solche Begriffsverwirrung schafft viele Mißverständnisse und verschwommenes Denken.
In diesem Buch behelfe ich mich mit einem inadäquaten Wortschatz. Ich tendiere dazu, »männlich« in Anführungszeichen zu setzen, wenn ich über das soziologische Wesen »Mann« rede, im Gegensatz zum biologischen Wesen »Mann«. Aber es ist schwierig, das konsequent durchzuhalten ― und, wie Mary Daly es in »Gyn/Ökologie« bereits ausdrückte, »man bekommt langsam den Wunsch, die ganze Sprache in Anführungszeichen zu setzen«.

Individuelle und allgemeine Gültigkeit einer Theorie

Um Muster deutlich zu machen, muß man verallgemeinern, über Menschen als Gruppe Aussagen machen. Man kann nicht eine Theorie über Menschen entwickeln, in der jedes Individuum als Ganzes berücksichtigt wird. Wenn ich von Frauen und Männern als Gruppe spreche, rede ich von Durchschnittsmenschen. Wie auch der Satz: »Männer sind stärker als Frauen« einen Durchschnitt meint und nicht eine absolute Tatsache (denn eine Frau, die beispielsweise als Kugelstoßerin Hochleistungssport betreibt, ist wohl stärker als 95 Prozent aller Durchschnittsmänner). Spezifisch sind nur die wenigen absoluten Fakten, die wirklich unmittelbar die Grundlage für die Aufteilung der Menschheit in zwei Geschlechter bilden: die anatomischen Geschlechtsmerkmale.
Weil Menschen komplizierte individuelle Lebensläufe haben, wird wohl kaum ein einziger Mensch genau auf das Bild des Mannes oder der Frau passen, das ich hier skizziere. Außerdem gibt es mehr Einflüsse als unsere Geschlechtssozialisation. Wie Linda Gordon in »Koesteren en Kostwinnen« (S. 14) sagte:

»Es ist wahr, daß sich deine Erfahrung des Frau-Seins schon   entsprechend   deiner   Klassenposition   verändert,  aber es ist auch wahr, daß sich die Erfahrung deiner Klassenposition schon entsprechend deines Geschlechts verändert.«

Klassenhintergründe führen genauso zu Unterschieden, wie die Tatsache, daß man mit einer bestimmten Hautfarbe geboren wird, und auch die Zeit ist wesentlich, vor dem Krieg, im Krieg, nach dem Krieg. Mit Aussagen über Frauen und Männer wird also ein Trick benutzt, auf einer abstrakten Ebene werden einige Eigenschaften von dem vollständigen Individuum abgelöst und aufgelistet. Wenn wir uns das beim Lesen dieses Buches immer wieder ins Gedächtnis rufen, brauchen wir uns nicht über eine Aussage zu ärgern, die für uns selbst gerade nicht gilt, und wir brauchen nicht mit Margaret Thatcher anzukommen, die nicht gerade ein durchschnittliches Endprodukt der weiblichen Sozialisation darstellt.

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