800-1-168

K. Gründer, Figur und Geschichte. Johann Georg Hamanns »Biblische Betrachtungen« als Ansatz einer Geschichtsphilosophie. Freiburg 1958, 160-163: Gottessprache und >Buch der Natur<: Weil Gott spricht und in Worten schafft, kann die Natur ein Buch heißen... Die Bibel ist der >Schlüssel< für das Buch der Natur wie für das Buch der Geschichte, und alsdann, aber auch erst alsdann, vermögen das Buch der Natur und das Buch der Geschichte ihrerseits >Kommentare< zur biblischen Offenbarung zu sein...

800-1-167

Herder, Sämtliche Werke, ed. B. Suphan, XVIII 314 ff. - Daß Herder zehn |ahre nach dem siebzehnten Humanitätsbrief Campanellas Gedicht »Die Welt und die Bücher« verdeutscht (cf. oben Anm. 76), läßt auch auf Resignation hinsichtlich der Sicherheit schließen, das große Lehrstück der Geschichte werde sich für den deutschen Zuschauer nur jenseits der Grenze abspielen.

800-1-164

Herder, Journal meiner Reise im Jahr 1769, ed. E. Loewenthal, 352 f. Ferner: Der Geschmack an Enzyklopädien, an Wörterbüchern, an Auszügen, an Gieist der Schriflen zeigt den Mangel an Originalwerken ...

800-1-163

Herder, Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit (1774), ed. H. G. Gadamer, 13. - Das Vorurteil ist gut, zu seiner Zeit: denn es macht glücklich. Es drängt Völker zu ihrem Mittelpunkte zusammen... (46) Trotz eines brieflichen Hinweises von Hamann 1777 wird Herder erst auf seiner Italienreise 1789 Näheres von Vico erfahren haben, vielleicht nur Ungefähres.

800-1-162

Vico, De antiquissima Italorum sapientia ex linguae latinae originibus rruenda I 7 (1710; die beiden weiteren Teile sind nicht erschienen); Opere, edd. Gentile/Nicolini, I 182: Itaque Praedicamenta Aristotelis, et Topica, si <!iiis in iis quid novi invenire velit, inutillima sunt; et Lullianus aut Kirkerianus rvadat, et similis eius fiat, qui seit quidem literas, sed eas non colligit, ut tuignum librum naturae legat.

800-1-161

Vico, De nostri temporis studiorum ratione IV 40; V 46. Der umfangreiche Exkurs dieser Universitätsrede von 1708 über das Römische Recht zeigt als weiteres Hintergrundmoment der Geschichtstheorie Vicos, der Rechtstradition den Zeitanschluß an die Weisheit der frühen Epochen und damit dieselbe Legitimität zu verschaffen, die die Philosophie der Griechen durch den Anschluß an die mythische Urzeit bekommen sollte: Qttare eadem definitione Romani iurisprudentiam, qua Graeci sapientiam, »divinarum humanarumque rerum notitiam« definiebant.

800-1-160

K. Löwith, Vicos Grundsatz: verum et factum convertuntur. Seine theologische Prämisse und deren säkulare Konsequenzen. Heidelberg 1968 (SB der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Phil.-hist. Kl. 1968/1); F. Fellmann, Das Vico-Axiom: Der Mensch macht die Geschichte. Freiburg 1976.

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