476-6-10

<p>Damit ist eine inzwischen gängige und für die Analyse sozialen Handelns außerordentlich wichtige Unterscheidung angesprochen, die darauf verweist, daß die Regeln, denen unser Handeln folgt, nicht identisch sind mit denen, die wir unserem Handeln (nachträglich) unterlegen, wie wir es erklären, rationalisieren, beschreiben etc. Diesen Gedanken drücken so unterschiedliche Gegenüberstellungen wie »Regeln vs. Anwendungsregeln«, »Tiefen- vs. Oberflächenstruktur«, »logic-in-use vs. reconstructed logic«, »Ebene der Darstellung vs. Ebene der Herstellung einer Entscheidung«, »first code vs.

476-6-9

<p>Vgl. hierzu im einzelnen F. Sack 1984, S. 109 ff., wo die bedeutendsten Konfrontationsereignisse zwischen der Studentenbewegung und den staatlichen wie politischen Institutionen unter dem Aspekt von »Mobilisierungsgewinnen/verlusten« der einen oder der anderen Seite nachgezeichnet werden</p>

476-6-8

<p>Die öffentlich geführte Auseinandersetzung um dieses studentische Flugbatt, das auf höchster politischer Ebene seine Wellen schlug, den damaligen Justizminister zur — höchst ungewöhnlichen — Weisung zur Strafverfolgung veranlaßte und zu einem Austausch öffentlicher Briefe führte, haben u.a. Th. Blanke u.a. (1979) ausführlich dokumentiert.</p>

476-6-7

<p>Dies ist einer der Kerngedanken von N. Christies »Grenzen des Leids« (1986), einer ebenso prägnanten Analyse der Tiefenstruktur des staatlichen Strafens wie einem eindringlichen Plädoyer für eine radikale Abkehr vom vielfach diskreditierten System der »Schmerzverarbeitung« (S. 27) — einem von Christie geschaffenen Neologismus zur Enttarnung und Abwehr all der Euphemismen, mit denen sich das Strafrecht umgibt, um sich selbst und andere von sich abzulenken.

476-6-6

<p>E. E. Schattschneider 1960, S. 3: »The moral of this is: if a fight Starts, watch the crowd, because the crowd plays the decisive role«. Schattschneider (1892 - 1971) ist als einer der scharfsinnigsten »Querdenker« unter den amerikanischen Politologen zu betrachten, der wie kein anderer die zentrale Bedeutung des Konflikts und der Strategie für die Politik betont hat</p>

476-6-5

<p>Worauf es bei einem solchen Vergleich ankäme, erschließt sich nicht durch eine pure komparative Analyse verschiedener Rechtssysteme, etwa in der bekannten Gegenüberstellung des deutschen und des angelsächsischen Strafverfahrens. Vielmehr ginge es dabei um die nicht an Prinzipien, dogmatischen und normativen Maximen ablesbaren Praktiken rechtlicher Konfliktaustragung und um die Porosität des Rechts für subnormative und informelle »Erledigungen« von Konflikten. Exemplarisch dafür ist die sogenannte »bargaining justice« im amerikanischen Strafrecht (vgl. dazu K.

476-6-4

<p>Keiner anderen Teilstudie der Reihe ist von Seiten des Auftraggebers und Herausgebers so intensive Kontrolle und Kritik gewidmet worden wie diesem Versuch, den Terrorismus als ein sehr direktes, wenn auch umwegreiches (Mit)Produkt gesellschaftlicher und staatlicher Strukturen und Prozesse auszuweisen. Seitenweise Anmerkungen des Auftraggebers — bis hin zu einzelnen »Formulierungshilfen« und Eingriffen in stilistischen Fragen — gehörten zu den Arbeitsbedingungen der Erstellung des schließlichen Manuskripts in seiner Druckfassung.

476-6-3

<p>Der Titel der von mir, unter Mitarbeit von U. Berlit, H. Dreier und H. Treiber durchgeführten Studie: »Staat, Gesellschaft und politische Gewalt: Zur &gt;Pathologie&lt; politischer Konflikte« drückt den Gegenstandsbereich sowie das forschungsleitende Interesse treffender als der Band-Titel aus. Für die Überlegungen dieses Beitrags beziehe ich mich vornehmlich auf das von mir erstellte Kapitel: »Die Reaktion von Gesellschaft, Politik und Staat auf die Studentenbewegung (a.a.O., S. 105 -226).

476-6-2

<p>Folgende Bände sind in den »Analysen zum Terrorismus« vom Bundesminister des Innern herausgegeben worden: Band 1:1. Fetscher und G. Rohrmoser, Ideologien und Strategien, 1981; Band 2: H. Jäger, G. Schmidtchen und L. Süllwold, Lebenslaufanalysen, 1981; Band 3: W.v. Baeyer-Katte, D. Ciaessens, H. Feger und F. Neidhardt, Gruppenprozesse, 1982; Band 4,1: U. Matz und G. Schmidtchen, Gewalt und Legitimität, 1983; Band 4,2: F. Sack und H. Steinen, Protest und Reaktion, 1984.

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