495-2-37

Es gibt verschiedene Berechnungen zum Wert der Hausfrauenarbeit. Der Niederländische Rat der Familie berechnete einen Betrag von 8 000 bis 22950 Gulden pro Jahr als den ökonomischen »Wert« eines Familienhaushaltes, abhängig von der Kinderzahl und dem Ausbildungsgrad der Hausfrau. Frau de Bruyn-Hundt schlägt in »Economisch-Statistische Berichten« schließlich vor, den Hausfrauen für jede Person, die sie zu versorgen haben, einen Beitrag von 2 500 Gulden pro Jahr zu bezahlen. Eine Hausfrau mit Mann und zwei Kindern würde demnach 650 Gulden pro Monat verdienen.

495-2-36

In der Terminologie herrscht noch Verwirrung. Einige Autoren reden von der Produktion der Ware Arbeitskraft, andere reden von der Produktion von Arbeitern oder der Reproduktion und Aufrechterhaltung der Arbeitskraft. SUSAN HIMMELWEIT spricht in »Domestic labour and the mode of production« (Dep. of Economics, University of London, Nov. 1974) von der Produktion von Menschen und Gebrauchswerten zum Lebensunterhalt und der Produktion von Tauschwerten. Unter Reproduktion versteht sie die Wechselwirkung zwischen diesen beiden, die dafür sorgt, daß beides weitergeführt werden kann.

495-2-33

Es sei uns erlaubt, die »Freizeit« von Arbeitern zu relativieren. LUTZ HOLZINGER (Gesellschaftliche Arbeit und private Hauswirtschaft, Starnberg 1974) errechnet, daß die durchschnittliche Arbeitswoche von Lohnarbeitern nicht 40 sondern 47,6 Stunden beträgt, und zwar durch Fahrtzeiten, Überstunden, etc. Von der verbleibenden »Freizeit« werden 60% für rein physische Erholung benötigt, 20% fließen in die materielle Versorgung, z.B. Reparaturen selbst vorzunehmen, statt Fachleute zu bestellen. Zum Schluß bleiben dann noch 20% echter Freizeit übrig (S. 26)

495-2-32

Auf der Grundlage empirischer Untersuchungen beschreibt ANN OAKLEY (a.a.O.) ausführlich das Erleben von Hausfrauen. Siehe auch die Margriet-Untersuchung von DEGGELLER und D'ANCONA, die zwar oberflächlicher ist, aber auf einer viel größeren Stichprobe beruht.

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