Eva, 42 Jahre alt, Hausfrau und Studentin
Zum Abschluß dieser Arbeit sollen die wichtigsten Gedanken kurz zusammengefaßt werden.
Ausgehend von der aktuellen Diskussion um den Feminismus und der konkreten Erfahrung, daß es Frauen (wie auch Männern) in der Regel sehr schwerfällt, die oft mühsam genug erworbenen theoretischen Erkenntnisse über Emanzipation auch in die Praxis umzusetzen, wollten wir herausfinden, welche Gründe es im einzelnen sind, die Emanzipationsprozesse erschweren bzw. geradezu verhindern.
Barbara, 35 Jahre alt, Hausfrau
Auf dem Hintergrund des dargelegten Persönlichkeits- und Autonomiebegriffs des Berliner Arbeitskreises soll anhand eines exemplarischen Beispiels gezeigt werden, wie sich eine Frau innerhalb der therapeutischen Arbeit in Richtung auf eine »autonome Persönlichkeit« entwickelt hat. Wir nennen diese Frau Barbara. (Das Einverständnis der betreffenden Frau zur Veröffentlichung ihrer Therapiegespräche wurde eingeholt. Name und Lebensdaten, die Rückschlüsse auf sie zulassen würden, wurden geändert.)
In den folgenden Ausführungen soll es darum gehen herauszufinden, welche Auffassungen Sigmund Freud über die weibliche Psyche in seiner psychoanalytischen Theorie vertreten hat. Darüber hinaus interessiert uns vor allem die Frage, inwiefern die Bestimmungen, die Freud für die weibliche Psyche gegeben hat, für eine Emanzipation der Frau im Sinne der Androgynie von Bedeutung sind.
Eine Untersuchung darüber, welchen Beitrag die Tiefenpsychologie zur Emanzipation der Frau leisten kann, ist in mehrfacher Hinsicht ein wichtiges Thema: zum einen geht es hier darum, den innerhalb traditioneller Frauenbewegungen vernachlässigten psychischen Aspekt der Emanzipation in seiner wirklichen Bedeutung herauszuarbeiten, zum anderen - und aus ersterem folgend - sollen Wege aufgezeigt werden, wie Ziele der Emanzipation praktisch eingelöst werden können, wobei eine an Emanzipation interessierte Psychotherapie der entscheidende Ansatzpunkt ist.
Warum scheitern oft die Bestrebungen von Frauen, sich zu emanzipieren? Wieso gelingt es meist nicht, erworbene Erkenntnisse über Emanzipation auch in die Alltagspraxis umzusetzen? Das vorliegende Buch versucht, auf diese Fragen eine Antwort zu geben und praktikable Wege des Gelingens aufzuzeigen. Es stellt die Behauptung auf, daß alle gut gemeinten ökonomischen, sozialen und politischen Strategien der Emanzipation nicht zum Ziel kommen, wenn sie die psychische Problematik des Unterdrückungs- und Befreiungsprozesses vernachlässigen.