Die Untersuchung beginnt im Dezember 1455 in Rouen, im Januar in Paris. Neunzehn Zeugen dort - von denen zehn bereits 1452 vernommen worden waren -, zwanzig hier. Sie werden im April und Mai erneut vorgeladen. Die Liste der Fragen wurde nicht zu den Akten genommen, aber sie läßt sich leicht rekonstruieren. Die Richter wollen über den Ablauf des Verurteilungsprozesses Klarheit haben. Alles andere kümmert sie wenig.
Orléans ist der Ort der Erinnerung. Zum Gedenken an die Befreiung feiert man hier am 8. Mai ein Fest, für das der Kardinal d'Estouteville 1452 Nachsicht gewährt hat. Hier werden vom 22. Februar bis 16. März einundvierzig Personen vernommen, die Johanna gesehen hatten. War die Aufhebung der Belagerung wirklich ein Wunder? Anders gesagt, war Johanna wirklich von Gott gesandt? Übergehen wir, was die guten Frauen über die >kleine Hirtin< erzählen, deren Mutter sie gut kennen. Halten wir uns lieber an den Bericht der Hauptleute.