213-51-2

Miracles de Nostre Dame: Gautier de Coincis Sammlung von Marien- legenden dient Christine vor allem für die Wiedergabe des Crescentia-Stoffes; siehe dazu M. Ch. Curnow, 1975, S. 193-196

213-51-1

Crescentia: es handelts sich um einen im Mittelalter sehr beliebten Stoff (in der französischen Literatur trägt die Heldin den Namen Florence), dessen älteste überlieferte Fassung sich in der Kaiserchronik (1135 / 50) findet; laut M. Ch. Curnow geht Christines Fassung auf die Miracles de Nostre Dame parpersonages (1222 / 23) des Gautier de Coinci zurück

213-49-4

Brunhild: merowingische Königin (um 548-613) und Gemahlin von Sigibert I., des Königs der autrasischen Franken. Sie stiftete diesen zum Krieg gegen den neustrischen König Chilperich I. an, und nach der Ermordung Chilperichs führte sie den Krieg allein weiter; sie ist die erbitterte Feindin von Fredegunde, der Frau Chilperichs (siehe dazu die Anm. zum XIII. Kapitel des Ersten Buches). Brunhild regierte bis 613 in Austrien, wurde aber nach Ausbruch einer Adelsrevolte (613) an Chlothar II. ausgeliefert und hingerichtet

213-49-1

es handelt sich um eine Anspielung Christines auf die sog. Konstantinische Schenkung, eine (erst im XV. Jh., nach Christine, als Fälschung entlarvte) Urkunde, nach der Konstantin der Große (280 -337) den Vorrang Roms über alle Kirchen anerkannte und dem Papst die Herrschaft über Rom und alle abendländischen Provinzen zugestand. — Wir haben es bei dieser Passage mit einer deutlichen Kritik Christines an Zuständen ihrer Zeit, der Epoche des Großen Schismas (1378-1417) und damit einer Krise der katholischen Kirche, zu tun

213-47-1

Epistre au Dien d'Amours: Christines im Mai 1399 entstandene Versepistel ist eine Vorstufe zum Buch von der Stadt der Frauen (siehe dazu mein Vorwort zu dieser Übersetzung)

Seiten