475-3-40

<p>Das grausame und obszöne Über-Ich ist die imaginäre, dunkle Stelle des symbolischen Gesetzes: es ist sehr an der Mode, erst einen idealisierten Gesetzesbegriff zu unterstellen, um ihn dann scheinbar leicht zu widerlegen. Die gesamte Ideologie der Transgression des Symbolischen lebt von dieser Unterstellung: der »Anti-Ödipus« glaubt dem Unbewußten »aufs Wort« (anstatt es »ä la lettre«, buchstäblich, als Verschiebungen und Verdichtungen des Signifikantennetzes zu lesen), versucht es »an sich« zu realisieren, unter Berufung auf den »natürlichen Rest im Menschen«.

475-3-36

<p>Auch für Gadamer existiert keine Metasprache. Aber für ihn bestimmt die historische Substanz von vornherein den möglichen Verstehenshorizont des »rechten« und einer »linken« Variante, je nachdem, ob die »Sprache« oder die »gesellschaftlichen Verhältnisse« als die Dominante angesehen werden, die »rechten« und einer »linken« Variante, je nachdem, ob die »Sprache« oder die »gesellschaftlichen Verhältnisse« als die Dominante angesehen werden, die quasi die Substanz der Subjekte ausmacht.

475-3-34

<p>vgl. den Begriff von E. Levinas: »Autrement qu'etre, in: E. Levinas: Ethique et Infini, Paris, 1982; desselben: Autrement qu'etre ou au-delä de l'essence, 1974, Den Haag</p>

475-3-33

<p>Anspruch, Identität sind immer an Präsenz, Sinn orientiert. Anspruch und Begehren liegen »vertikal« zueinander; sie sind nicht zur Deckung zu bringen</p>

475-3-32

<p>Eine nivellierte Waren/Massengesellschaft ist eine Gesellschaft, in der die symbolische und die sexuelle Differenz zunehmend verdrängt und verleugnet werden. Sie ist auch eine tendenziell »vaterlose«, »gleichmacherische« Gesellschaft. Es bedeutet einen gedanklichen Kurzschluß, den Signifikanten mit der Ware gleichzusetzen. Erst der Lacansche Diskursbegriff erlaubt diesen Unterschied zu erfassen; sonst verfällt man in eine hemmungslose Analogisierung, die jede Möglichkeit der Differenzierung wegnimmt</p>

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