Gegen Ende des letzten Jahrhunderts brachten europäische Einwanderlnnen sozialistisches und anarchistisches Gedankengut nach Argentinien. In diesen Theorien wurde die traditionelle Stellung der Frau hinterfragt und ihre Gleichberechtigung mit dem Mann postuliert. Gleichzeitig traten mehr und mehr Frauen ins Berufsleben ein.[1] Sie begannen, für ihre Rechte als Frauen im Beruf, in der Politik und vor dem Gesetz zu kämpfen, und begründeten damit die erste feministische Bewegung in Argentinien (Mercado, 20).
10 000 Frauen trafen sich im August 1988 auf dem Skandinavischen Frauenforum in Oslo. Die Bewegung der Frauen scheint größer denn je und dennoch zugleich auch still zu stehen. In dieser erwartungsvollen Ruhe gilt es, den Aufbruch von damals für die Späteren festzuhalten, das Erreichte nicht zu vergessen, sich der Ziele zu vergegenwärtigen, zu denen wir aufgebrochen waren. Mit unserer Reihe wollen wir den Frauenbewegungen in der ganzen Welt eine Stimme geben, ein Dokument schaffen, das für die kommenden Generationen eine Anknüpfung ermöglicht, ein Vergessen verhindert.
Anfang der siebziger Jahre erhoben sich die Frauen in der ganzen Welt. Sie durchbrachen die Grenzen des Schicklichen und Normalen, wurden unüberhörbar öffentlich. Die Plötzlichkeit, mit der die Frauenbewegung auftrat, und vor allem die Stärke ließen alte Vorstellungen von den rechtmäßigen Subjekten des Politischen fragwürdig werden
Wir brauchen die Geschichte dieser Bewegung in ihrer Vielfalt und ihren Gemeinsamkeiten, ehe sie folgenlos in Vergessenheit gerät........