474-3-7

<p>Eine gekürzte Fassung ihres Beitrags erschien zuerst in der Zeitschrift Neues Forum, März 1973, ebenso eine Kurzfassung des noch zu diskutierenden Beitrags von Susan Sontag, der ursprünglich „im Juli 1972 als Antwort auf einen Fragebogen der in Paris erscheinenden spanischsprachigen, vor allem in Lateinamerika gelesenen Reuue Libre erschienen war und schon von Les Temps Modernes in französischer Sprache nachgedruckt wurde.<br />7a Schwarzer zitiert hier aus einem Vorwort des Frankfurter Weiberrats zu einer Auswahl amerikanischer Feministinnentexte</p>

474-3-6

<p>Alice Schwarzer (Hrsg.): Frauenarbeit — Fraubenbefreiung. Praxis-Beispiele und Analysen, edition suhrkamp, Bd. 637, Frankfurt/M. 1973 (188 S., br., 4,50 DM). — Bis auf weiteres beziehen sich die im folgenden in Klammern wiedergegebenen Seitenzahlung auf Schwarzers Buch</p>

474-3-5

<p>Vgl. hierzu meine Ausführungen in Das Argument 67, 1971, „Die mißverstandene Emanzipation — Kritik zu Schrader-Klebert"</p>

474-3-3

<p>Kate Millett: Das verkaufte Geschlecht. Die Frau zwischen Gesellschaft und Prostitution. Vier Frauenstimmen zum Thema. (Amerikanischer Originaltitel: Prostitution: A Quartet for Female Voices, 1971.) Verlag Kurt Desch, München-Wien-Basel 1973</p>

474-3-2

<p>Die amerikanische Originalausgabe erschien 1969 unter dem Titel „Sexual Politics"; nach einem schnellen Erfolg in den USA wurde das Buch 1971 vom Desch-Verlag unter dem in der Bundesrepublik dem Klang nach schön verbreiteten Marktnamen „Sexus und Herrschaft" (erinnert sei etwa nur daran, daß Das Argument schon 1962 seine Reihe „Sexualität und Herrschaft" begann) aufgelegt und sicherheitshalber noch mit dem reißerischen Untertitel „Die Tyrannei des Mannes in unserer Gesellschaft" versehen</p>

474-3-1

<p>Es wird im folgenden unter Feminismus nicht etwa — wie z. B. im Brockhaus seit 50 Jahren unverändert nachzulesen ist — ein Eintreten für die Beteiligung der Frauen am öffentlichen und kulturellen Leben verstanden, sondern es wird der Begriff nur dann verwandt, wenn er — wie heute üblich ist — in irgendeiner Weise auf den Geschlechterkampf als auf eine die Gesellschaft grundlegend bestimmende Beziehung sich bezieht und von daher Freiheit, Kampf und Tagesaufgaben formuliert</p>

Haug Texte

Nutzt das Leben nicht, denn es vergeht. Bahnhofsszene

Eine alte Frau - tüchtig, bitter, abweisend
Ein alter Mann - trottelig bis unsicher, freundlich,
kontaktsuchend

Der alte  Mann spricht an alle:

Wir wohnen dort gleich hinten um die Ecke.
Jeden Tag fährt der Zug bei uns vorbei, (unausgesprochen  die Sehnsucht nach dem Leben,  dem fernen,  unerreichbaren -
hat er nicht auch hier etwas? seine  Frau ist tüchtig, alle sollen es wissen! Er spricht lauter:)
Meine Frau guckt ihn jeden Tag an. Gestern war er ganz voll. Vorgestern waren nur 6 Leute in dem ganzen langen Zug.

Was ist eine Hausfrau?

Die Arbeitslosigkeit steigt ständig, insbesondere für Frauen. Was kann man dagegen tun? Das beste, weil billigste und schnellste Mittel ist es, diese Massenarbeitslosigkeit einfach zu leugnen; wenn es geht, sogar soweit zu leugnen, daß die Unterstützungszahlungen dabei eingespart werden. Diese Lösung ist natürlich zunächst nur für.den Staat so günstig. Jetzt muß einem noch etwas einfallen, daß die Betroffenen ihr Einverständnis erklären.

Sind die Rollen vertauschbar?

Fragen stellen heißt einen Sachverhalt in Frage stellen, ihn überprüfen, fordert Parteinahme für das Richtige und fördert den Erkenntnisprozeß. Fragen stellen ist also nützlich. Wie steht es mit der Frage nach der Austauschbarkeit der Rollen von Mann und Frau? Sie beinhaltet schon eine solche Menge von Vorannahmen, vorweggenommenen Antworten, Kurzschlüssen, merkwürdigen Zusammensetzungen und Unterstellungen, daß ihre Beantwortung zunächst erst die Suche nach dem in Frage gestellten Sachverhalt erfordert; d. h., die Beantwortung kann selber eigentlich nur die Analyse der Fragestellung sein.

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