Dritter Teil

Die Frau in den Parlamenten

Die vorangegangene Untersuchung zur Situation der Frau in den Parteien hat bereits wichtige Aufschlüsse und Vermutungen für die sich nunmehr stellenden Fragen nach der politischen Laufbahn der Parlamentarierinnen ergeben. Vor allem ist deutlich geworden, welche Schwierigkeiten allein zu überwinden sind, um als Frau in den Parteien eine günstige Ausgangsposition für eine politische Karriere zu erreichen. Die weibliche Mitgliederschaft der Parteien bildet jedenfalls das Rekrutierungsreservoir für die weiblichen Mandatsträger, so daß sie in die folgende Analyse einzubeziehen ist.

III. Die Mitarbeit der Frau in den Parteien

Die hier vorgelegten Daten zur Beteiligung der Frauen in den Parteiorganen von CDU und SPD haben sowohl für die Bundesebene als auch für die Landesebene - am Beispiel Berlin - gezeigt, daß Frauen, gemessen an ihrem Mitgliederanteil, in beiden Parteien meist unterrepräsentiert sind. Die in einzelnen Fällen zu verzeichnende Überrepräsentation in den Führungsgremien und Organen dürfte sich -    wie am Beispiel des Bundesparteiausschusses der SPD - auf weitreichende Bestimmungen der Statuten zurückführen lassen.

II. Die Frau in der SPD

1. Zahlenspiegel der weiblichen Parteimitglieder

In der SPD waren 1964 fast dreieinhalbmal so viele Frauen organisiert wie in der CDU.[36] Jedes 6. Parteimitglied der SPD gegenüber jedem 7. der CDU war weiblichen Geschlechts. Der Vorsprung der SPD vor der CDU im prozentualen Anteil der Frauen besteht mindestens seit 1956. Der Anteil der weiblichen SPD-Mitglieder ist bis 1955 gestiegen. Danach nimmt zwar die absolute Zahl der Frauen auch hier leicht zu, doch ist der Mitgliederanteil rückläufig wie in der CDU, wenngleich langsamer.

Zweiter Teil

Die Frau in den Parteien

Eine Untersuchung der Laufbahn von Politikerinnen beginnt sinnvollerweise mit der Situation der Frau in den Parteien. Diese bilden in nahezu allen Fällen die Ausgangsbasis für politische Karrieren. In den Parteien erfolgt die Auswahl und Aufstellung der Kandidaten für die Parlamente der Kommunen, der Länder und des Bundes.

Vorwort

Am 12. November 1968 waren es 50 Jahre, daß auf Beschluß des Rates der Volksbeauftragten in Deutschland das aktive und passive Frauenwahlrecht zur Einführung gelangte, und am 19. Januar 1919, den Wahlen zur Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung, konnten die Frauen erstmals von ihren neuen staatsbürgerlichen Rechten Gebrauch machen.

Autor(en)

Erster Teil

Die Stellung der Frau in der Gesellschaft

Auf die Tatsache, daß die Frauen im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Bevölkerung in den westdeutschen Parlamenten - Kommunalvertretungen, Landtagen und im Bundestag - nur schwach vertreten, also unterrepräsentiert sind, ist bereits hingewiesen worden. Es ist kein Geheimnis, ja erscheint beinahe selbstverständlich, daß sich dieses Mißverhältnis nicht auf den politischen Bereich beschränkt, sondern in unserer gesamtgesellschaftlichen Wirklichkeit erkennbar ist und sogar als einer ihrer wesentlichen Bestandteile erscheint.[1]

Einleitung

Texttyp

Mit der vorliegenden Arbeit wird erstmals der Versuch unternommen, die politische Laufbahn von Parlamentarierinnen zu untersuchen. Im Vergleich zu einer entsprechenden Analyse der Laufbahn männlicher Parlamentarier erfährt dabei die gesamte Fragestellung eine entscheidende Erweiterung und Verlagerung dadurch, daß nicht nur der Verlauf der politischen Karriere von Interesse ist, sondern vor allem auch ihre Erforschung auf spezifische Faktoren, die sich aus der Stellung der Frau in der Gesellschaft ergeben.

Frauen in Partei und Parlament

Titel und Bild
Die Frau in der Politik Band 1

Aus dem Vorwort: ...50 Jahre Frauenwahlrecht erscheinen als geeigneter Anlaß, gerade zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Rolle der Frau im politischen Leben erneut zu untersuchen, insbesondere die Frage, in welchem Maße die Frauen ihre rechtlichen Möglichkeiten verwirklicht haben bzw. verwirklichen konnten.

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