Heutzutage ist Miss Marple allgemein bekannt. Auch denjenigen, die noch nie einen Kriminalroman von Agatha Christie gelesen haben, ist diese Figur ein Begriff, vielleicht sogar eher als Hercule Poirot, Lord Peter Wimsey oder Chandlers Philip Marlowe. Tatsächlich gibt es in der Welt der Kriminalliteratur nur eine Gestalt, die noch berühmter ist: Sherlock Holmes, der stärker als Miss Marple in die Alltagssprache einging, und zwar nicht nur als Name für eine literarische Figur, sondern auch für eine bestimmte Art des Handelns, Denkens und Verhaltens.
In der frühen Kurzgeschichtensammlung Der Dienstagabend-Club (engl. 1932) findet sich in Miss Marples Haus ein Kreis von Freunden zusammen, um sich nach einer kurzen, einführenden Handlung mysteriöse Ereignisse zu erzählen, die ihnen im Laufe ihres Lebens untergekommen sind. Natürlich ist es jedes Mal Miss Marple, die die Lösung des Rätsels liefert. Der Kreis nennt sich »Dienstagabend-Club«, und die Mitglieder sind alte Bekannte aus Miss Marples Welt: Sir Henry Clithering, Ex-Kommissar von Scotland Yard; Dr. Pender, ein Geistlicher; Mr.
»Betagte Klatschtanten, schnurrige alte Schachteln sind die einzig möglichen weiblichen Detektive, und Miss M. ist reizend«, schrieb Dorothy L. Sayers bald nach der Veröffentlichung des ersten Miss Marple-Buchs, Mord im Pfarrhaus, im Jahr 1931, an Agatha Christie. Im gleichen Jahr hatte Dorothy L. Sayers ihre eigenen Klatschtanten vorgestellt - Frauen »der in liebloser Weise als 'überflüssig' bezeichneten Kategorie«. Sie gehören zu dem scherzhaft »Katzenhaus« (Cattery) genannten und als Schreibstube getarnten Detektivbüro, das Lord Peter Wimsey in Starkes Gift begründet.