Einstellungen von Mädchen und Jungen

Im Rahmen dieser Arbeit habe ich eine empirische Untersuchung über die Zukunftspläne und Vorstellungen von Mädchen und Jungen durchgeführt. Darüberhinaus wertete ich Fragebögen aus, die die Lehrerinnen in ihrem Unterricht verwendet hatten. Ich werde die Ergebnisse im Zusammenhang mit einigen ähnlichen Untersuchungen vorstellen. Vorstellungen geschlechtsspezifischer Eigenschaften und Funktionen von Jugendlichen haben sich bisher wenig geändert, wenn wir nach ihren Äußerungen zu dem Themenkomplex gehen.

Selbsteinschätzung und Selbstbewertung von Mädchen

Im Alter von drei bis vier Jahren haben Mädchen und Jungen schon die Fähigkeit der Geschlechtsdifferenzierung und -zuordnung.[1] Rene Zazzo stellte fest, daß von 100 Jungen im Alter von 3 1/2 Jahren nur einer lieber ein Mädchen sein wollte, während 15% der Mädchen lieber Jungen gewesen wären.[2] Von zwanzig Untersuchungen über die Akzeptierung von Geschlechtsrollen zeigten fünfzehn bei Jungen eine stärkere Akzeptierung als bei Mädchen.[3] Jungen und Mädchen haben mit wachsendem Alter eine bessere Meinung von Jungen und eine schlechtere von Mädchen.***407.10.

Vorschläge zur Veränderung

Sicherlich erfordern verschiedene Schülerinnen unterschiedliche Arten von Aufmerksamkeit, emotionalem Kontakt und intellektueller Förderung. Die allgemeinen Vorschläge, die folgen, und die auf Erfahrungen beruhen, sind jedoch für viele Mädchen relevant. Sie gehen darauf ein, wie Lehrerinnen sich ihr eigenes Verhalten bewußter machen können, wie sie mit Mädchen und Jungen umgehen können und welche Bedeutung außerschulische Kontakte haben.
Wichtig ist es, so oft wie möglich das eigene Verhalten zu hinterfragen.

Sexualität im Verhältnis von Lehrer(inne)n und Schüler(inne)n

»Mit den Mädchen müssen Sie flirten!«
(Fachseminarleiter zu männlichen Referendaren)
»Die Lehrer spielen ihre Männlichkeit total aus. Das kann man so pauschal von allen Kollegen sagen.«
(Hauptschullehrerin)
»Sexuelle Beziehungen zwischen Lehrern und Schülerinnen spielen eine ganz starke Rolle eine viel größere als bei Lehrerinnen.«
(Gymnasiallehrerin)
»Wir sollten mit der Erotik, die im Lehrerberuf durchaus vorhanden ist, offener umgehen.«
(Hauptschullehrerin)

Einstellungen von Lehrer(innen)

»Mit soviel Frauen im Kurs, da kann man sich nicht wundern, daß da geschlafen wird.«
(Studienrat, Politische Wissenschaften, 1977)
»Na ja, da sind ja auch ein paar hübsche Mädchen in der Klasse - ein bißchen dumm, aber das macht ja nichts - so lange sie nur einen Elektroherd einschalten können!"
(Studienrat zu einem Schüler, 1977)
»Ein deutscher Mann muß das können!«
(Studienrat zu einem Schüler, 1977)

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