Die Bezeichnung »Forty-Eighter« wird in der Literatur auf zweifache Weise gebraucht: Einmal umfaßt sie die große Menge all derer, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts als Einwanderer nach Amerika kamen. Die Mehrzahl dieser Leute bestand aus Arbeitern, Bauern, Handwerkern, die die nackte Not aus der Heimat vertrieben hatte und die nun in einer neuen Heimat nach Land, Arbeit, Brot, kurz - nach einer besseren wirtschaftlichen Existenz suchten.
Das von der State Historical Society of Wisconsin verwahrte Material setzt ungefähr um die Zeit der Anneke-Verehelichung ein. Aus früheren Tagen sind nur vereinzelte Briefe und Dokumente erhalten. Lediglich eine unvollendete Autobiographie, die Mathilde Franziska Anneke auf Drängen ihrer Freundin, der amerikanischen Dichterin Mary Booth, in der Schweiz schrieb, ist in der Anneke-Sammlung vorhanden. In dem an die Freundin gerichteten Vorwort sagt sie: Das Buch der Vergangenheit willst Du aufgeschlagen haben, meines wechselvollen Lebens Buch!
Anlaß zu dieser Studie gab ein kleines, vergilbtes Büchlein, das wegen seiner Seltenheit im Archiv der Rutgers-Universität, New Jersey, sorgsam wie ein Manuskript gehütet wird. Es erschien 1853 im Selbstverlag zu Newark, New Jersey, mit dem Titel Memoiren einer Frau aus dem badisch-pfälzischen Feldzuge [1] Die Verfasserin ist Mathilde Franziska Anneke, die ihrem Mann auf das Schlachtfeld der deutschen Revolution von 1848/49 gefolgt war und ihre Eindrücke davon erzählt.