Fähigkeit und Fluch der Anpassung

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Personen

»Die besten Erfahrungen werden aus Not geboren.
<Man muß sich mit Kunststücken durchzuwinden suchen,
wenn es mit einem schönen geraden Leben nicht geht>,
sagt Kafka. Die Kunst des Essenschluckens gilt als natürlich.
Ich erfand die Kunst des Wortschluckens.
Sie lindert alle Frauenleiden.
Sie setzt eine Menge Kräfte frei.
Die sonst zur Anpassung aufgebraucht werden müssen.
Sie qualifiziert.«
Irmtraud Morgner
Amanda. Ein Hexenroman

Warum ändert sich eigentlich nichts?

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Familiensozialisation - Das Private ist politisch

»Wenn Du Dich in sieben Monaten als ein Mädchen
erweisen solltest, würden die Feen Dich reicher
als irgendeine Deiner Ahninnen beschenken: mit jenem Sinn
für Macht, dessen allgemeiner Gebrauch mich so beunruhigt ...
Stell Dir diese neuen, weiblichen Horden mal vor!
Sie werden jedes Erbsündegefühl verloren haben,
ein Gefühl, das Jahrhunderte religiöser Erziehung ihren Müttern
eingeredet hatte. Früher waren die Frauen immer schuldig.

Wo wir starteten, wo wir stehen

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Personen

Was Fauen in Bewegung setzte

»Die Menschen machen ihre Geschichte nicht aus
freien Stücken. Aber sie machen sie selbst... Und
wenn wir die geschichtliche Entwicklung so wenig
überspringen können, wie der Mensch seinen
Schatten, wir können sie wohl beschleunigen oder
verlangsamen.«
Rosa Luxemburg
Die Krise der Sozialdemokratie Leipzig 1916

Im Beruf immer schön unten bleiben

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»Die Frau ist heute zu fast allem zugelassen: auf
Widerruf. Sie muß immer auf Zehenspitzen sein,
sie braucht die doppelte Portion <Glück>: wie jeder
sozial Deklassierte, der es trotzdem schafft. Wenn
sie einmal verdächtigt wird (wessen? Frau zu sein),
verliert sie ihre Freunde, wird die Konzession widerrufen.
Denn es waren ja nur <Konzessionen>.
Toleranz ist nicht einem mitgeborenen Recht
gleichzusetzen.
Hilde Domin
Von der Natur nicht vorgesehen

So ist die Machtlage

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Schlagworte

Die Frau an sich mißachtet und vergöttert

Ich habe Menschen getroffen, die
wenn man sie nach ihrem Namen fragte,
schüchtern - als ob sie gar nicht beanspruchen könnten,
auch noch eine Benennung zu haben -
»Fräulein Christian« antworteten und dann:
»Wie der Vorname«, sie wollten einem die Erfassung erleichtern,
kein schwieriger Name wie »Popiol« oder »Babendererde«
»Wie der Vorname« - bitte, belasten Sie Ihr Erinnerungsvermögen nicht!

Ich stelle mir die Machtfrage

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Das Land, wo Milch und Honig fließt

»Ich weiß: Unsere Welt ist eine von Männern für
Männer gemachte Welt... Und trotzdem oder
vielleicht gerade darum ist es so faszinierend, eine
Frau zu sein. Es ist ein Abenteuer, das so viel Mut
erfordert, eine Herausforderung, die einem nie
zuviel wird. Du wirst so viel zu unternehmen haben,
wenn du als Frau auf die Welt kommst. So wird dich,
um gleich damit anzufangen, die Behauptung
einen Kampf kosten, daß Gott, wenn es ihn gibt,

Schlußwort

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Zu ihrer Leistung haben Frauen immer schon ein gebrochenes Verhältnis gehabt. Der größte Teil ihrer Arbeit galt nicht. Kinder, Haushalt, Versorgung von Angehörigen, Mithilfe im Familienbetrieb - das alles war nicht Leistung, sondern Pflicht. Sobald jedoch die Frau die ihr zugewiesene Sphäre verließ und sich an Aufgaben machte, die Geld, Anerkennung und soziales Ansehen brachten, geriet sie unter Beschuß. Die rein weibliche Rolle war zwar minderwertig, aber eine Frau, die darüber hinausstrebte, wurde dennoch angefochten.

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